Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1.
Laser:
die Aladdinslampe des 20. Jahrhunderts?
Es war im Jahre 1966. Dr. Endre Mester, Professor in Chirurgie am Semmelweis-Krankenhaus
in Budapest, wurde mit einem neuen und spannenden Gerät beliefert: einem
Rubin-Laser! Er hatte Mittel zur Verfügung gestellt bekommen, um zu
untersuchen, ob man Licht von einem Laser zur Bekämpfung von Krebs verwenden
könnte. Er machte deshalb eine Reihe von Experimenten, zuerst an Zellkulturen,
dann an Ratten, um sich davon zu überzeugen, dass das Laserlicht -
diese neue und unbekannte Art von Licht - nicht Anlass zu
etwas Gefährlichem oder Unerwartetem gab. Er rasierte den Pelz auf dem
Rücken einer Anzahl Ratten teilweise weg und applizierte danach verschiedene
Dosen von Laserlicht auf der Hälfte der rasierten Stelle. Die andere
Hälfte wurde zum Zweck des Vergleichs unbehandelt gelassen. Bei kleinen
Lichtdosen geschah nichts. Bei grösseren Dosen wuchs das Haar auf der
mit Laser behandelten Hälfte rascher nach - das Laserlicht
hatte einen stimulierenden Effekt! Bei noch grösseren Dosen verschwand
die Wirkung, und bei weiterer Erhöhung der Dosis erhielt man ein entgegengesetztes
Resultat: auf der unbehandelten Hälfte wuchs das Haar schneller nach
- man hatte nun einen hemmenden Effekt hervorgerufen.
Dr. Mesters Forschergruppe unternahm mehrere Versuche. An einer neuen
Gruppe von Ratten wurde auf beiden Körperhälften je eine chirurgische
Wunde geschaffen. Die eine Wunde wurde mit Laserlicht beleuchtet, die
unbehandelte Wunde diente zum Vergleich. Auch hier zeigte es sich, dass
gewisse Dosen von Laserlicht die Wundheilung stimulierten konnten, während
sich beträchtlich höhere Laserlichtdosen als heilungshemmend erwiesen.
Die Resultate dieser Untersuchungen wurden 1967 veröffentlicht.
Heute - 30 Jahre später - sind fast 2.000 verschiedene
Untersuchungen aus über 80 Ländern über die Lasertherapie an Mensch
und Tier in der medizinischen Literatur veröffentlicht worden.
Licht und Schall
Licht ist eine Form von Energie, die in Materie entsteht und aus Wellen
besteht. Licht kann eine lange oder eine kurze Wellenlänge haben. Eine
Lichtquelle gibt in der Regel Licht mit vielen verschiedenen Wellenlängen
ab - oder anders ausgedrückt: die Lichtquelle hat ein Spektrum
von Licht. Gewisse Lampen geben besonders viel Licht von einer gewissen
Farbe ab, z.B. Strassenbeleuchtung, Neonlicht, Leuchtdioden. Weisses
Licht ist eine Mischung von mehreren verschiedenen Farben. Auch Schall
besteht aus Wellen, die verschiedene Wellenlängen haben können. Hohe
Töne (Diskant) haben kurze Wellenlängen, während tiefe Töne (Bass) lange
Wellenlängen haben. Die meisten natürlichen Schallquellen geben viele
verschiedene Wellenlängen gleichzeitig ab - das Rauschen
von Wind, das Rieseln von Wasser, Gewitter, Wellengeplätscher. Es gibt
aber auch Schallquellen, die Töne von praktisch nur einer einzigen Wellenlänge
abgeben, z.B. ein Pfiff.
Was ist ein Laser eigentlich?
Ein Laser ist eine Lichtquelle, die äusserst reines Licht abgibt. Mit
reinem Licht meint man Licht, das nicht ein ganzes Spektrum, sondern
nur eine einzige Wellenlänge hat. Als Illustration mag folgender Vergleich
dienen: der Laut einer Flöte ist "reiner" als der Laut von
z.B. einer Dose, die mit Steinen gefüllt ist und geschüttelt wird -
die Flöte gibt Laute mit einem bestimmten Ton (einer gewissen Wellenlänge)
ab. Genau wie die Flöte gibt ein Laser ausserdem lange zusammenhängende
Wellen ab. Das Licht von einem Laser ist sehr wohlgeordnet, gut organisiert,
während Licht von anderen Lampen gänzlich unorganisiert ist. In der
Fachsprache sagt man, dass das Laserlicht kohärent ist (siehe S. 8).
Der reine kohärente Ton einer Flöte kann sowohl den Menschen als auch
Materie auf eine andere Art beeinflussen als die unreinen Töne von Verkehrsgeräuschen.
Ein reiner Ton der richtigen Frequenz vermag z.B. ein Kristallglas in
Selbstschwingung (Resonanz) zu versetzen, was sogar dazu führen kann,
dass das Glas in Scherben bricht. Auf dieselbe Weise kann kohärentes
Licht unsere Zellen auf andere Weise beeinflussen als inkohärentes Licht.
Es gibt Hunderte verschiedene Sorten von Laser. Sie können in starken
oder schwachen Typen hergestellt werden (die meisten sind schwach).
Das Licht kann jede beliebige Farbe haben oder auch unsichtbar sein.
Der Strahl kann schmal und parallel oder zum Zweck der Divergenz (fächerartiges
Ausbreiten der Strahlen) geformt werden.
Was ist medizinischer Laser?
Im medizinischen Bereich gibt es viele verschiedene Arten von Laser,
jedoch können sie in zwei Hauptgruppen eingeteilt werden:
1. Starke Laser, die dazu verwendet werden können, um Gewebe zu
schneiden, zu koagulieren oder wegzubrennen. Diese Laser werden oft
chirurgische Laser genannt, weil sie das Skalpell des Chirurgen ersetzen
können. Nur Ärzte und Tierärzte dürfen diese Arten Laser verwenden.
2. Schwache Laser, die zur Stimulierung von Zellfunktionen benutzt
werden können. Diese werden oft biostimulierende Laser oder Niederleistungslaser
genannt. Deren biologische Wirkung baut nicht - wie die chirurgischen
Laser - auf starke Wärmeentwicklung, sondern darauf, dass
das reine Licht des Lasers photochemische Reaktionen in den Zellen hervorruft.
Weder Sonnen- noch Lampenlicht verursachen dieselben Typen von Reaktionen.
Wie funktioniert Lasertherapie?
Hier handelt es sich um sehr komplizierte Prozesse in Zellen und Geweben.
Es kann jedoch kurz gesagt werden, dass die Laserbehandlung auf die
lokale Immunabwehr, den Kreislauf in Blut und Lymphgefässen, den Stoffwechsel
in den Zellen und auf die Ausscheidung verschiedener Substanzen einwirkt,
z.B. Endorphine und Prostaglandine, die u.a. Schmerzzustände beeinflussen.
Nicht immer wird ein stimulierender Effekt erzielt. Der Laser kann sowohl
eine normalisierende Wirkung als auch hemmende Effekte ausüben. Die
Laserbehandlung setzt oft Heilprozesse in Gang und bedeutet deshalb
vor allem eine Hilfe zur Selbsthilfe.
Was wird mit
Niederleistungslaser behandelt?
Verschiedene Lasertypen beeinflussen Gewebe und Zellen auf verschiedene
Arten. Was behandelt werden kann, hängt deshalb oft davon ab, welcher
Lasertyp bzw. welche Lasertypen ein Therapeut zur Verfügung hat. (Siehe
auch S. 10.)
Wie
gross sind die Chancen einer Heilung oder Besserung?
Nicht alle Patienten reagieren auf Laserbehandlung gleichartig.
In der Regel ist eine Reaktion innerhalb von fünf Behandlungen feststellbar.
Manche Patienten reagieren stark und fast unmittelbar, andere benötigen
mehrere Behandlungen. Ungefähr jeder zehnte Patient reagiert überhaupt
nicht oder so schwach, dass nur zu konstatieren übrigbleibt, dass Laserbehandlung
für diese Person nicht die richtige Methode ist. Beispiele von typischen
"Laserproblemen" sind die folgenden: Herpes, Gürtelrose, Gesichtslähmung,
Nervenentzündung, venöse Beingeschwüre, Wund-liegen, Hand- und Fusswarzen
(besonders bei Kindern), empfindliche Zahnhälse, Probleme mit Rücken,
Nacken, Schultern und Knien, gewisse rheumatische Beschwerden und Sportschäden.
Man berechnet, dass ca. 75-90% der Patienten beschwerdefrei oder stark
verbessert werden. Dies setzt allerdings voraus, dass der richtige Lasertyp
verwendet wird und dass der Therapeut gute Kenntnisse besitzt!
Beispiele von Problemen, die behandelt werden können und wo die Chance
der Gesundung bei ungefähr 50% liegt: hormonell bedingter Haarausfall,
Psoriasis, Hand- und Fusswarzen bei Erwachsenen, Ischias, rheumatische
Schmerzen, Narben, Falten, starre Schulter. Beispiele von Problemen,
wo man nur fallweise Erfolg hat (die Chance der Wiederherstellung ist
weniger als 15%): Pigmentflecken, Hämangiom (Gorba-tschow-Male), Alopecia
areata (fleckenweiser Haarausfall), Bandscheibenvorfall im Frühstadium.
Wie wird die Behandlung
durchgeführt?
Bei den meisten Instrumenten heutzutage kommt das Laserlicht aus einer
Sonde (deren Form einer Feder ähnlich ist). Die Behandlung wird folgendermassen
ausgeführt: der Therapeut schaltet das Lasergerät an und drückt das
Ende der Sonde leicht gegen die zu behandelnde Stelle. Bei der Behandlung
offener Wunden, Herpes-Ausschlägen usw. hält man die Sonde am besten
auf etwas Abstand. Je nachdem, in welcher Körpertiefe das Problem liegt
und wie gross die zu behandelnde Stelle ist, kann die Behandlungsdauer
sehr unterschiedlich sein: von einigen Sekunden bis zu einer halben
Stunde.
Die Bedeutung des Gewebezustandes
Klinische und experimentelle Erfahrungen zeigen, dass Laserbehandlung
die grösste Wirkung auf Gewebe/Organe hat, die einen allgemein verschlechterten
Zustand aufweisen, z.B. bei Patienten, die an irgendwelcher Funktionsstörung
oder an Gewebeschaden leiden. Die Wunde einer jungen, gesunden Person
heilt ungefähr gleich schnell mit oder ohne Laserbehandlung, dagegen
können schwer zu heilende offene Beine bei einer Person mit schlechtem
Blutkreislauf und dazu noch herabgesetzter Immunabwehr mit Hilfe von
Laserbehandlung einer viel rascheren Heilung zugeführt werden.
Spürt man Schmerzen?
Nein, es werden keinerlei Schmerzen empfunden; eher wird ein angenehmes
Gefühl wahrgenommen. Die Laserbehandlung wirkt entspannend und viele
Patienten schlafen dabei ein. Es kann allerdings vorkommen, dass ein
schon bestehender Schmerz zunimmt oder dass Schmerz innerhalb von 6-24
Stunden nach der Behandlung auftritt, der aber in der Regel nur ungefähr
einen Tag anhält. Dies beruht darauf, dass das Laserlicht Heilprozesse
in Gang setzt. Besonders bei Problemen chronischer Art kann dieser Schmerz
bei Behandlungsbeginn auftreten. Meist klingt er nach einigen Tagen
ab, kann aber in einzelnen Fällen länger andauern.
Behandlungsdauer
Die Behandlung ist zu Beginn intensiver (in der Regel jeden dritten
bis siebten Tag) und geschieht, nachdem die Heilung in Gang gekommen
ist, in immer längeren Intervallen. Weitere fünf bis zehn Behandlungen
mögen notwendig sein, je nach der Empfänglichkeit des Patienten und
der Art und Dauer der Beschwerden. Chronische Krankheitszustände benötigen
in der Regel oftmaligere Behandlungen als akute Beschwerden.
Sind irgendwelche Risiken vorhanden?
Niederleistungslaser, der von ausgebildetem Personal gehandhabt wird,
ist völlig ungefährlich. Schutzbrillen werden in der Regel nicht benötigt.
Behandlung mit Niederleistungslaser kann Krebs weder verursachen noch
verschlechtern (siehe S. 14). Das Laserlicht kann auch Feten oder vitalen
Körperorganen nicht schaden. Es ist aber wichtig, dass man bei Verletzungen
oder Krankheiten zwecks Diagnose zuerst einen Arzt aufsucht, damit man
genau weiss, was behandelt werden soll.
Kann
man während der Behandlungszeit mit Laser Arzneimittel einnehmen?
Ja. Bisher haben Heilmittel in Kombination mit Laserbehandlung keinerlei
negative Wirkungen gezeigt. Laser kann die Wirkungskraft gewisser Heilmittel
sogar verstärken!
Worauf
soll man nach erfolgter Behandlung achten?
Das Laserlicht kann manchmal eine fast sofortige, direkte Schmerzlinderung
bewirken. Es ist zu bedenken, dass Schmerz, der von einem Schaden verursacht
ist, oft dazu dient, Überbelastung zu verhindern. In solchen Fällen
kann der schmerzlindernde Effekt von Laser dazu führen, dass man z.B.
eine Sehne, einen Muskel oder ein Gelenk überbelastet, was eine Verschlechterung
zur Folge hätte. Es ist deshalb wichtig, den beschädigten Bereich nicht
eher zu belasten, als bis der Therapeut das Klarzeichen dazu gibt.
Wie hoch sind die
Behandlungskosten?
Eine Behandlung kostet in der Regel zwischen 10 und 100 DM, je nach
der Zeit, die sie in Anspruch nimmt. Die erste Behandlung kostet aufgrund
der Aufnahme von Daten und Information sowie der Untersuchung oft mehr.
Kapitel
2. (Für den Leser, der weitere Information wünscht.)
Die elektromagnetische
Strahlung
Die Energie, die wir von der Sonne erhalten, wird elektromagnetische
Strahlung genannt und tritt in der Form von Wellen auf. Beispiele von
elektromagnetischer Strahlung mit langer Wellenlänge sind Radiowellen
(Meter bis Kilometer) und Mikrowellen (Millimeter bis Dezimeter). Wärmestrahlung
hat eine kürzere Wellenlänge. Diese wird oft als infrarote Strahlung
bezeichnet und hat Wellenlängen, die zwischen 800 Nanometern (Verkürzung:
nm) und 1 Millimeter liegen. Sichtbares Licht hat Wellenlängen zwischen
400 und 800 nm. Rotes Licht hat eine lange Wellenlänge (600-800 nm).
Kürzere Wellenlängen haben orangefarbenes Licht (580-600 nm), gelbes
Licht (540-580 nm) und grünes Licht (500-540 nm). Blaues Licht (430-500
nm) und violettes Licht (400-430 nm) haben noch kürzere Wellenlängen.
Wenn das Licht eine längere Wellenlänge als rotes Licht hat, wird es,
wie oben genannt, als infrarotes Licht (Verkürzung: IR) bezeichnet (was
soviel wie "ausserhalb rot" bedeutet) und ist dann unsichtbar.
Wenn die Wellenlänge kürzer als violettes Licht ist, wird es als ultraviolett
(Verkürzung: UV) bezeichnet und ist ebenfalls unsichtbar.
Ultraviolette Strahlung mit einer Wellenlänge zwischen 320 und 400 nm
wird als UVA-Strahlung bezeichnet und kann in grösseren Mengen zum frühzeitigen
Altern der Haut beitragen. Die Sonne und auch Solarien geben diese Strahlung
ab. Die UVB-Strahlung ist aggressiver und hat Wellenlängen im Intervall
290-320 nm. Diese Strahlung kann, besonders wenn man hohen Dosen ausgesetzt
wird, Krebs verursachen, u.a. den gefährlichen Typ malignes Melanom.
UVB-Strahlung ist in Sonnenstrahlung vorhanden, darf aber in Solarien
in nur sehr kleinen Mengen vorkommen. UVC-Strahlung (kürzere Wellenlängen
als 320 nm) ist im Sonnenlicht an der Bodenoberfläche nicht vorhanden,
war aber Bestandteil der nun schon seit 30 Jahren verbotenen Quarzlampen.
Darüberhinaus gibt es elektromagnetische Strahlung mit noch kürzeren
Wellenlängen, nämlich Röntgen- und Gammastrahlung. Diese sind noch gefährlicher
und mit Einschränkungsmassnahmen belegt.
Allgemeines Strahlungsrisiko
Hier muss man unterscheiden zwischen den besonderen Verhältnissen,
die für Augen gelten (siehe S. 13-14) und dem Risiko für Zellen und
übrige Gewebe.
Inwiefern Strahlung oder Licht von einer Quelle - der Sonne,
einer Lampe, einem Laser usw. - für unsere Zellen gefährlich
sein kann, ist von zwei Dingen abhängig: teils von der Intensität der
Strahlung, teils von der Wellenlänge der ausgesandten Strahlung. Allgemein
gilt folgendes: je kürzer die Wellenlänge ist, desto gefährlicher ist
die Strahlung. Wenn Strahlung kürzere Wellenlängen als 320 nm enthält,
ist sie gefährlich (hier handelt es sich um eine Frage der Dosis), sonst
nicht. Strahlung, die kürzere Wellenlängen als 320 nm enthält, wird
"ionisierend" genannt und ist damit krebserregend (karzinogen).
Achtung: Inwiefern die Strahlung von einer "natürlichen" oder
einer künstlichen Quelle stammt, ist ohne jegliche Bedeutung. Entscheidend
ist nur deren Wellenlänge und Intensität (Stärke), und auch, einer wie
grossen Dosis man ausgesetzt wird (Dosis = Intensität (
Bestrahlungsdauer).
Therapielaser geben Licht mit langen und ungefährlichen Wellenlängen
(über 600 nm) ab, und von Stärken, die keine Gewebeschäden verursachen
können. Verschiedene Lichtquellen
Verschiedene Lichtquellen haben verschiedene Spektren (die Verteilung
der Wellenlängen bei Licht). Die meisten haben ein sehr breites Spektrum,
doch gibt es auch viele schmalbandige, z.B. Neonlicht und Natriumlampen
(die gelben Strassenbeleuchtungen). Ein Laser hat ein extrem schmales
Spektrum und gibt also nur Licht mit einer einzigen Wellenlänge ab.
Eine Lichtquelle, die hier erwähnt werden soll, ist die Leuchtdiode.
Eine Leuchtdiode ist eine kleine billige Halbleiterlampe, die oft als
Anzeigelampe in Tonbandgeräten und Radioapparaten verwendet wird. Sie
gibt einfarbiges, aber nicht kohärentes Licht ab (siehe S. 8). Die typischste
Leuchtdiode gibt rotes Licht mit Wellenlängen um 660 nm ab, jedoch gibt
es auch solche, die gelbes oder grünes Licht abgeben. In Fernbedienungen
für Fernsehapparate werden Leuchtdioden mit einer Strahlung im infraroten
Bereich (950 nm, unsichtbar) verwendet.
Der Laser
Der Laser ist die neueste und fortgeschrittenste unserer Lichtquellen.
Der erste funktionierende Laser, ein Rubin-Laser, wurde vom Amerikaner
Theodor Maiman auf einer Pressekonferenz in Los Angeles am 7. Juli 1960
vorgeführt.
Das Wort LASER ist ein Buchstabenwort (ein sog. Akronym) für die Bezeichnung
Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation, was in Übersetzung
lautet: "Lichtverstärkung durch stimulierte Aussendung von Strahlung".
Falls man sich völlig korrekt ausdrücken will, ist ein Laser also ein
Lichtverstärker. Ein Laser hat seinen Namen oft von einem der Stoffe
erhalten, die Bestandteil des lichtverstärkenden Mediums sind.
Beispiele
medizinisch verwendbarer Laser
Laser innerhalb der Medizin können grob in zwei Gruppen eingeteilt
werden. In der nachstehenden Tabelle sind die gebräuchlichsten Laser
innerhalb des medizinischen Bereichs sowie deren Wellenlängen angegeben.
Wenn mehr als eine Wellenlänge angegeben ist, kann man bei der Herstellung
die Wellenlänge wählen.
Starke Laser:
Wellenlänge Verwendung
Rubin 694 nm Entfernung gewisser Tatuierungen, Haare
Nd:YAG 1064 nm Koagulierung von Gewebe
Ho:YAG 2130 nm Chirurgie, Zahnwurzelsterilisierung
Er:YAG 3090 nm Chirurgie, Zahnbohrung,
Beinbohrung
KTP 532 532 nm Oberflächliche
Blutgefässe, Tatuierungen
Farbstofflaser 500-800 nm PDT, oberflächliche Gefässe, Nierensteine
Argon 514 nm Dermatologie, Augenchirurgie
CO2 10 600 nm Dermatologie, Gynäkologie, Chirurgie
Excimer 193, 248, 308 nm Sehfehlerkorrektur, Kranzgefässoperation
Niederleistungslaser Behandlungsbereiche:
GaAs 904 nm Rücken, Nacken, Schultern, Knie
GaAlAs 820 nm Sehnen, offene
Beine
GaAlInP 635 nm Haut
und Schleimhäute
HeNe 633 nm Haut und Schleimhäute
CO2-Laser 10 600 nm Rücken, Nacken, Schultern, Knie
Laser können gepulst oder kontinuierlich sein. (Mehr über
Niederleistungslaser S. 10-11.)
Eigenschaften des Laserlichtes
Laserlicht hat vier charakteristische Eigenschaften. Von "gewöhnlichem"
Licht unterscheidet sich Laserlicht vor allem durch: (1) seine sehr
schmale Bandbreite und
(2) seine grosse Kohärenz (siehe unten).
Diese beiden Eigenschaften sind die typischsten für Laser und sind in
Laserlicht stets vorhanden. Sie sind es auch, die in der Lasertherapie
am wichtigsten sind, die aber für Laser als chirurgisches Instrument
keine Bedeutung haben. Die übrigen beiden Eigenschaften,
(3) parallele Strahlungsbündel und
(4) hohe Intensität
können in der Regel in einem Laser durch angemessene geometrische
Ausformung des Lasermediums und der Resonanzkavität leicht zustande
gebracht werden. Zu beachten ist aber: Laserlicht braucht weder parallel
noch stark zu sein. In chirurgischen Instrumenten sind es jedoch vor
allem diese beiden letztgenannten Eigenschaften, deren man sich bedient,
und zugleich sind es eben diese beiden Eigenschaften, die das Laserlicht
gefährlich für die Augen machen können (siehe Augenschädenrisiko, S.
13-14).
Kohärenz
Wenn eine matte Fläche mit sichtbarem Laserlicht beleuchtet wird, sieht
man eine Art Körnigkeit im Licht. Diese Körnigkeit wird "Laserspeckler"
genannt (siehe S. 21-22) und entsteht durch Interferenz zwischen verschiedenen
Lichtstrahlen. Wenn das Licht kohärent ist, können nämlich die Lichtwellen
auf dieselbe Art addiert werden wie wenn Wasserwellen aufeinandertreffen,
oder wie wenn man in einem Badezimmer verschiedene Töne probiert und
einen findet, der besonders laut klingt. Diese Extrastärke entsteht
durch Interferenz: Töne, die von den Wänden reflektiert werden, werden
addiert, wenn sie aufeinandertreffen und dadurch entsteht der Effekt,
der Resonanz genannt wird. Mit Kohärenz ist Ordnung gemeint. Ordnung
in diesem Fall bedeutet, dass die Lichtwellen in langen Wellenzügen
zusammenhängen. Die Länge dieser Wellenzüge, die Kohärenzlänge, kann
von Lichtquelle zu Lichtquelle variieren. Eine gewöhnliche Glühlampe
hat eine sehr kurze Kohärenzlänge - nur Tausendteile von
Millimetern. Ein Laser kann eine sehr grosse Kohärenzlänge haben: von
Zentimetern bis zu Metern. Bezüglich der Bedeutung der Kohärenz bei
Lasertherapie siehe S. 21-22.
Einige Gesichtspunkte
zu Laserinstrumenten
Die Resultate werden nicht besser als das Instrument, das Sie benutzen!
Im technischen Bereich hat während der letzten fünf Jahre eine gro?e
Entwicklung stattgefunden. Schweiflaser und Scanner-Laser wurden gänzlich
aufgegeben (seit sechs Jahren werden solche nicht mehr erzeugt), und
zwar grossenteils deshalb, weil man mit diesen eine schlechte Dosiskontrolle
hatte und gro?en Verlust von Laserlicht durch Reflexion gegen die Haut
erhielt. Mit einer Handsonde, die mit der Haut in Kontakt gehalten
wird, erhält man einen bedeutend grösseren Anteil von Licht und gelangt
viel tiefer (siehe S. 11-12).
Desgleichen haben sich die Leistungseffekte beträchtlich erhöht. Die
Instrumente sind kleiner und billiger geworden und haben eine bessere
Ausformung erhalten. Neue Lasertypen sind hinzugekommen, die eine
effektivere Behandlung ermöglichen. Ausserdem besitzen wir heute ein
viel grösseres Wissen über die Behandlungsmöglichkeiten und -methoden,
um die bestmögliche Wirkung zu erzielen.
Es gibt Behandlungsinstrumente mit nur Leuchtdioden als Lichtquelle,
oft in einer Preislage von 5.000 bis 10.000 DM. In Vergleichen, die
zwischen Licht von Lasern und Licht von Leuchtdioden, mit im übrigen
gleichen Parametern, gemacht wurden, hat Laser immer den besseren Effekt
ergeben (siehe S. 21). Beispiele von Leuchtdiodeninstrumenten sind Biolight
und Pretor.
Viele, die früher Laserbehandlung versucht haben, wurden enttäuscht,
ganz einfach weil das Instrument, vielleicht in Kombination mit der
Wahl der Dosis und anderen Parametern, nicht so gut war. Aber genauso
wie die Arzneimittel ständig weiterentwickelt werden, ist dies auch
bei Laserinstrumenten der Fall.
Biostimulierung
Die medizinischen Wirkungen von Laserlicht, wie Endre Mester und viele
nach ihm beobachtet haben, werden oft als biostimulierende Effekte bezeichnet.
Selbstverständlich müssen die Behandlungsparameter passend gewählt sein
und passende Typen von Problemen oder Krankheiten behandelt werden.
Die hierbei verwendeten Lasertypen werden oft Niederleistungslaser genannt,
da das von ihnen abgegebene Licht in der Regel ungefährlich ist. Die
häufig gebrauchte internationale Bezeichnung für diese Behandlungsmethode
ist LLLT (Low Level Laser Therapy). Um eine gute Wirkung zu erzielen,
sind drei Dinge vonnöten: gutes Wissen von seiten des Therapeuten, ein
gutes Laserinstrument der richtigen Laserwellenlänge sowie eine korrekte
Diagnose. Leider gibt es häufig Therapeuten, denen es nicht nur
an medizinischen Kenntnissen mangelt, sondern die oft nicht einmal wissen,
welchen Lasertyp sie besitzen, was mit Wellenlänge oder Leistungseffekt
gemeint ist oder was eine Behandlungsdosis ausmacht.
Verschiedene Parameter
Bei Behandlung mit einem Niederleistungslaser gilt es, die Behandlungsparameter
einigermassen richtig zu wählen. Beispiele solcher Parameter sind: Laserwellenlänge,
Dosisgrösse, Häufigkeit der Behandlung, Leistungsdichte, Pulsfrequenz
und Behandlungsmethode. Diese Begriffe werden im folgenden erklärt.
1. Lasertyp und Wellenlänge
Die bei Lasertherapie vor allem in Frage kommenden Laser sind:
Indium-Laser (rotes Licht). Diese Bezeichnung deckt zwei verschiedene
Laser: teils den Helium-Neon-Laser, verkürzt HeNe, teils den
Gallium-Aluminium-Indium-Phosphid-Laser, verkürzt GaAlInP. Beide geben
rotes sichtbares Licht im Wellenlängenintervall 633-635 nm ab und sind
am wirksamsten bei Problemen der Haut und Schleimhäute, u.a. Herpes
und Gürtelrose, bei Gesichtslähmung, Entzündung des Trigeminusnervs,
offenen Beinen, varikösen Beingeschwüren, Wundliegen, bei empfindlichen
Zahnhälsen, Hand- und Fusswarzen (besonders bei Kindern).
Aluminium-Laser (unsichtbar). Dessen vollständige Bezeichnung ist Gallium-Aluminium-Arsenid,
verkürzt GaA1As. Die Wellenlänge liegt zwischen 820 und 830 nm. Dieser
Laser arbeitet meist kontinuierlich, kann aber gepulst werden und hat
eine Eindringungstiefe von 2-3 cm. Er eignet sich am besten für Sehnen,
ist aber auch günstig bei Beingeschwüren, offenen Beinen, Herpes, Gürtelrose
und im Dentalbereich.
Gallium-Laser (unsichtbar). Die vollständige Bezeichnung ist Gallium-Arsenid-Laser,
verkürzt GaAs. Dieser Laser gibt infrarote Strahlung der Wellenlänge
904 nm ab. Er arbeitet immer gepulst mit extrem kurzen Pulsen (supergepulst
100-200 ns) von hoher Intensität (10-50 W Spitzenleistung), ungefähr
wie eine Blitzlampe. Die Tiefenwirkung wird dadurch bedeutend grösser
als bei einem Laser mit derselben Wellenlänge, der nicht supergepulst
ist. Messungen zeigen, dass die Eindringungstiefe 3-5 cm erreicht, je
nach Anwendungstechnik und Gewebstyp. Dieser Laser ist am besten geeignet
für tiefliegende Probleme in Rücken, Nacken, Schultern und Knien, bei
Sehnenentzündungen, Arthrosen und myofasziellen Schmerzen.
Kohlendioxyd-Laser (unsichtbar). Der Kohlendioxyd-Laser wird mit CO2-Laser
verkürzt. Diese Laser waren früher sehr gross. Heute gibt es kleine,
tragbare Instrumente, sogar mit Batterieantrieb, die bis zu 15 Watt
ergeben. Bei Behandlung mit einem CO2-Laser fühlt man -
im Gegensatz zu den anderen Lasertypen - eine deutliche,
in gewissen Fällen ziemlich starke, Wärme. Aufgrund der grossen Wellenlänge
- 10 600 nm - ist die Eindringungstiefe nicht
grösser als ca. 0,5 mm (der Gewebstyp spielt keine Rolle). Trotzdem
hat man Behandlungseffekte bis zu mehreren Zentimetern Tiefe beobachten
können. Dies ist schwer zu erklären, man glaubt aber, dass der Grund
dafür die Bildung von Transmittersubstanzen in denjenigen Zellen ist,
wo die Absorption geschieht, und dass sich diese Substanzen dann bis
in tieferliegendes Gewebe verbreiten und dort ihre Wirkung ausüben.
Bei Biostimulierung kann der CO2-Laser sowohl bei äusserlichen als auch
bei tiefliegenden Problemen verwendet werden. (Siehe unter Falten, S.
18.)
2. Behandlungsdosis
Die Dosis ist ein wichtiger Parameter. Die Dosis wird in Joule gemessen
und bedeutet, dass eine gewisse Menge Energie pro cm? (J/cm?) zugeführt
wird:
Dosis = Behandlungszeit x Laserstärke pro cm2.
Verschiedene Laserwellenlängen erfordern verschiedene Dosen. Auch die
verschieden gearteten Beschwerden und Krankheitszustände erfordern unterschiedliche
Dosen. Empfohlene Dosen sind wie folgt:
Indium-Laser: durch übergelagerte Haut:
0,1 - 1 J/cm2
auf Schleimhäuten und offenen Wunden:
0,01 - 0,2 J/cm2
Aluminium-Laser: durch übergelagerte Haut:
0,1 - 1 J/cm2
auf Schleimhäuten und offenen Wunden:
0,01 - 0,2 J/cm2
Gallium-Laser: durch übergelagerte Haut:
0,01 - 0,1
J/cm2
Kohlendioxyd-Laser: Behandlungsart: auf der Haut aufliegend:
1
- 10 J/cm2
Behandlung über offenen Wunden:
0,1 - 5 J/cm2
Bei Dosen, die die höchsten obengenannten Werte beträchtlich (5-10 Mal)
übersteigen, erhält man eine schwächere biologische Wirkung (z.B. bei
Wundheilung und Entzündungen). Bei noch höheren Dosen erreicht man den
biosuppressiven Bereich und kann in diesem Fall hemmende Effekte verursachen.
Dass der Dosisbedarf bei Behandlung von Schleimhäuten geringer ist,
beruht darauf, dass in Schleimhäuten aufgrund von Absorption und Verbreitung
geringere Verluste entstehen als im Hornlager der Haut bei Behandlung
von Haut oder durch Haut hindurch.
3. Leistungseffekt
Die Stärke - oder korrekter bezeichnet: der Leistungseffekt
- eines
Lasers hat vor allem Bedeutung für die Länge der Behandlungsdauer. Eine
gewisse bestimmte Dosis wird schneller mit einem starken Laser als mit
einem schwachen erreicht. Der Leistungseffekt ist für ein gutes Resultat
nicht ausschlaggebend, doch erzielt man mit einem starken Laser mitunter
auch eine grössere Effektdichte (siehe unten), was bisweilen günstig
ist.
4. Effektdichte
Mit Effektdichte ist der Lichteffekt pro Flächeneinheit gemeint; dieser
wird in W/cm? gemessen. Hier unterscheiden sich verschiedene Laser voneinander;
verschiedene Erzeuger bieten unterschiedliche Effektdichte an. Eine
hohe Effektdichte bedeutet hohe Lichtkonzentration. Eine solche erhält
man z.B. im Fokus eines Brennglases. Die Biostimulierung baut auf Zellbeeinflussung.
Zu niedrige bzw. zu hohe Effektdichte ergeben einen geringeren biologischen
Effekt.
5. Pulsfrequenz
Dies gilt nur gepulsten Lasern. Bei einem Gallium-Laser (immer gepulst)
muss die gewünschte Pulsfrequenz eingestellt werden. Es ist bekannt,
dass niedrige Frequenzen (10-100 Hz) eine grössere Wirkung auf Schmerz
ausüben und dass hohe Frequenzen (2500-5000 Hz) den grössten Effekt
auf entzündliche Zustände haben, während mittelhohe Frequenzen (500-1000
Hz) sich am besten für Ödeme und Schwellungen sowie z.B. für Knochenneubildung
zu eignen scheinen. Es ist zu beachten, dass ein Teil Laserinstrumente
nur eine oder zwei Behandlungsfrequenzen haben, während andere das gesamte
Frequenzintervall erbieten!
6. Eindringungsdichte, Wirkungstiefe
Es gibt keine exakte Grenze für das Eindringen von Licht. Laserlicht
verbreitet sich in alle Richtungen und wird allmählich im Gewebe absorbiert.
Die Lichtstärke wird schwächer, je weiter man sich vom Treffpunkt an
der Oberfläche entfernt. Es gibt allerdings eine Grenze, wo die Lichtintensität
so gering wird, dass das Licht keine biologische Wirkung mehr hervorruft.
Diese Grenze wird als Wirkungstiefe bezeichnet.
Die Wirkungstiefe ist von mehreren verschiedenen Faktoren abhängig:
Wellenlänge des Lichtes, Gewebstyp (Haut und Fettgewebe sind transparenter
als das blutreiche Muskelgewebe), Pigmentierung und Schmutz. Laserlicht
dringt auch durch Knochen (ungefähr wie durch Muskelgewebe). (Siehe
Referenz [35]. Im folgenden wird auf die entsprechenden Referenznummern
im Literaturverzeichnis in eckigen Klammern verwiesen.)
Ein wichtiger Faktor ist das Verdrängen von Blut im Gewebe. Wenn man
mit einer Lasersonde leicht gegen die Haut drückt, zieht sich das Blut
auf die Seiten. Das Gewebe direkt vor der Sonde und noch ein Stück tiefer
wird ziemlich blutleer, und da das Hämoglobin im Blut derjenige Faktor
ist, der für die grösste Absorption sorgt, steigert sich das Eindringen
des Lichtes markant.
Andere Faktoren von Bedeutung sind der Leistungseffekt des Lasers -
ob er supergepulst ist oder nicht - , die technische Gestaltung
des Instruments sowie die Behandlungstechnik (Behandlung mittels Hautkontakt
oder auf Abstand).
7. Behandlungsmethodik
Man unterscheidet zwischen Lokalbehandlung und Systembehandlung. Am
gebräuchlichsten ist Lokalbehandlung, d.h. die direkte Behandlung des
Problembereichs.
Systembehandlung bedeutet, dass man Stellen behandelt, die entfernt
vom eigentlichen Problembereich liegen. Ein Beispiel von Systembehandlung
ist die Behandlung von sogenannten Trigger points (Reizpunkte, deren
Berührung Schmerzen auslösen und die sich an anderen Körperstellen als
der eigentliche Schaden befinden). Ein weiteres Beispiel ist Laserakupunktur,
wobei man anstelle des Einstechens von Nadeln einen oder mehrere Akupunkturpunkte
mit Laserlicht beleuchtet.
8. Laserakupunktur
Akupunktur mittels Laser ist ein interessanter Bereich. Für einen Benutzer
mit Akupunkturausbildung öffnet sich hier ein grosses Betätigungsfeld.
Die Methode ist steril und schmerzfrei und wird daher von den Patienten
gerne akzeptiert. Sowohl Laserakupunktur als auch konventionelle Nadelakupunktur
beeinflussen die Akupunkturpunkte, ergeben aber laut erfahrenen Therapeuten
nicht die exakt gleiche Wirkung. Sie werden als einander komplettierend
betrachtet. Eine interessante Variante von Laserakupunktur, die eine
länger andauernde Wirkung ergeben dürfte, erhält man, wenn man Akupunkturpunkte
oberflächlich mit einem CO2-Laser brennt.
Ein Beispiel von Laserakupunktur ist die Behandlung von Bronchialasthma
mit Niederleistungslaser. Ein Doppelblindversuch, der zeigt, dass Asthma
durch Laserakupunktur mit Gallium-Laser (10 mW, 50 Pulse/Sekunde) erfolgreich
behandelt werden kann, wurde von Dr. Ines Vinge am Karolinischen Krankenhaus
in Stockholm durchgeführt.
9. Behandlungsintervalle
Professor Endre Meister hat schon früh gezeigt, dass angemessene Zeitintervalle
zwischen den Behandlungen wirksamer sind als allzu dicht aufeinanderfolgende
Behandlungen. Nachdem auch gezeigt wurde, dass der Effekt von Laserbehandlung
kumulativ ist (d.h., die Dosis einer Behandlung summiert sich zur Dosis
der nächsten), ist es wichtig, dass die Behandlungen nicht zu dicht
aufeinanderfolgend ausgeführt werden. Gewöhnlich wählt man, während
zwei Wochen je einige Tage, mit 2-4 Zwischentagen, und danach in grösseren
Zwischenräumen zu behandeln. Akute Probleme benötigen im allgemeinen
weniger Behandlungen und in diesen Fällen kann man in rascherer Aufeinanderfolge
behandeln. Herpes und akute Gürtelrose werden meist täglich während
einiger Tage behandelt. Chronische Beschwerden werden in der Regel am
besten mit längeren Intervallen behandelt.
Risiken und Nebenwirkungen
Bestehen irgendwelche Risiken mit LLLT (Low Level Laser Therapy)? Zuerst
soll festgestellt werden, dass die "Strahlung", mit der wir
arbeiten, entweder sichtbares Licht oder Wärmestrahlung (infrarote Strahlung)
und nichts anderes ist. Dass das Licht eine hohe Reinheit besitzt, bedeutet
kein Risiko in sich selbst - ebensowenig wie dass ein reiner
Flötenton gefährlicher wäre als z.B. Lärm derselben Lautstärke. Das
einzige eigentliche Risiko mit Niederleistungslasertherapie besteht
in einer gewissen Gefahr für Augenschäden.
Augenschädenrisiko
Indem Laser mit kräftigen Lichtstärken und schmalen parallelen Strahlen
hergestellt werden konnten, hat man schon seit langem besondere Vorschriften
bezüglich deren Anwendung eingeführt. Alle Laser wurden deshalb geprüft
und einer Laserklasse zugeteilt: 1, 2, 3A, 3B oder 4, wobei Klasse 4
die hochgradigsten Typen enthält. Laser mit sichtbarem Licht sind weniger
gefährlich als diejenigen mit unsichtbaren Licht, da der Zwinkerreflex
schützt, falls das Licht als stark empfunden wird. Früher durften
nur Ärzte, Zahnärzte und Heilgymnasten Patienten mit Laser der Laserklasse
3B (stärkere Therapielaser) behandeln. Nachdem aber keine Fälle von
Augenschäden durch Therapielaser gemeldet wurden, wurde diese
Bestimmung 1993 in Schweden aufgehoben. Heute steht es deshalb frei,
Instrumente der Laserklasse 3B zu verwenden.
Frage: Reicht es, die Augen zu schliessen, wenn man mit Laser im Gesicht
behandelt wird oder muss man Schutzbrillen tragen?
Antwort: Ja, es genügt, die Augen zu schliessen, auch wenn der Laser
stark ist. Man kann sogar ein Gerstenkorn am Augenlid ohne Risiko behandeln.
Die Ursache dazu ist, dass die Augenlider das Licht divergieren, so
dass keine Fokussierung geschieht. Das Licht verbreitet sich über die
ganze Netzhaut.
Zur Vermeidung eventueller Probleme: der Patient soll Schutzbrillen
stets anwenden - viele Menschen stellen sich unter Laser
etwas Gefährliches vor. Lassen Sie niemals einen Patienten starr in
eine Lasersonde blicken, die gegen die Augen gerichtet ist. Sollte dies
allerdings aus Versehen während eines Augenblicks passieren, zieht es
in der Regel glücklicherweise keine ernsten Konsequenzen nach sich.
Es ist zu beachten, dass Schutzbrillen, die auf eine gewisse Laserwellenlänge
abgestimmt sind, für eine andere Wellenlänge völlig wertlos sein können.
Warnung: Gewöhnliche Sonnenbrillen gewähren keinerlei Schutz,
sondern können statt dessen das Risiko für Augenschäden erhöhen. Krebs
Viele Menschen wissen nicht viel über Laser und glauben manchmal, dass
ein Laser eine Art mystischer "Strahlung" abgibt. Und Strahlung
kann doch gefährlich sein - ja, kann sie nicht sogar Krebs
verursachen? Kann das Licht von Therapielasern Krebs verursachen? Nein,
keinesfalls. (Siehe auch den Abschnitt "Gegenzeigen", S. 19-20.)
Bei Licht mit Wellenlängen über 600 nm bei solchen Dosen, die in der
Lasertherapie verwendet werden, konnten keine mutagenen Effekte festgestellt
werden. Was geschieht aber, wenn man jemand behandelt, der unwissentlich
bereits Krebs hat? Kann Tumorzuwachs von Laserlicht stimuliert werden?
Nein. Untersuchungen bezüglich der Effekte von Laserlicht auf Krebszellenzüchtungen
haben gezeigt, dass gewisse Dosen von Laserlicht den Zuwachs von Krebszellen
stimulieren können. Wenn Krebs in einem lebenden Wesen (in vivo) wächst,
gelten allerdings andere Verhältnisse, als wenn man eine Zellkultur
(in vitro) bestrahlt. Bei Versuchen an Ratten, wobei man Tumoren verschiedener
Grössen transplantierte, wurde beobachtet, dass kleine Tumoren, die
mit Laser behandelt wurden, kleiner wurden und sogar verschwanden, was
darauf beruht, dass der Laser die lokale Immunabwehr in stärkerem Ausmass
als den Tumor stimuliert. Die Laserbehandlung hatte keinen Effekt auf
Tumoren, die eine gewisse Grösse überschritten. Dasselbe gilt für Bakterienkulturen.
Diese können von Laserlicht in geeigneten Dosen stimuliert werden, während
eine bakterielle Infektion nach richtig ausgeführter Laserbehandlung
schneller heilt.
Es ist wichtig, dass vor Beginn der Laserbehandlung eine Diagnose vorliegt.
Ein nicht diagnostizierter Schmerz kann auf Krebs beruhen.
Reaktionen auf die Behandlung
Scheingesundheit. Es kann vorkommen, dass ein Schmerz fast
unmittelbar nach einer Laserbehandlung verschwindet. In einem solchen
Fall ist es wichtig, dass die beschädigte Stelle (z.B. eine entzündete
Sehne), die den Schmerz verursacht hat, nicht überbelastet wird. Es
ist sehr wichtig, dass der Patient darüber informiert wird, dass solche
Zustände von "Scheingesundheit" auftreten können und dass
der Patient die volle Verantwortung dafür trägt, dass keine Überbelastung
geschieht. Auch wenn der Schmerz verschwindet und die Laserbehandlung
den Heilprozess verkürzt, muss dem Gewebe eine angemessene Zeit zur
Heilung und Wiederherstellung gewährt werden.
Müdigkeit.
Ein "Risiko" mit Laserbehandlung ist, dass der Patient während
oder nach einer Behandlung grosse Müdigkeit verspürt. Dies kann z.B.
darauf beruhen, dass ein Schmerz nachlässt oder dass gewisse Substanzen
- Typ Endorphin - in Aktion treten.
Schmerzreaktion.
Es kommt ziemlich oft vor, dass ein Patient am Tag nach der Behandlung
Schmerz verspürt, was besonders bei chronischen Beschwerden der Fall
ist. Dies beruht darauf, dass ein Schaden in ein "Akutstadium"
tritt, wenn die Heilung beginnt. Dasselbe kommt manchmal auch bei anderen
Behandlungsformen vor, z.B. bei TENS (Transkutane elektrische Nervenstimulation,
d.h. Akupunkturanalgesie) oder bei Akupunktur. Die Ursache ist
in der Regel nicht Überdosierung. Patienten müssen über diese mögliche
Schmerzreaktion stets informiert werden, und auch darüber, dass diese
nicht nur von vorübergehender Art, sondern auch als eine positive Antwort
auf die Behandlung zu werten ist. Anderenfalls kann der Patient leicht
zur Auffassung gelangen, dass "Laserschäden" aufgetreten sind.
Was kann mit Laser behandelt werden?
Laserbehandlung mag wie eine Art Universalmittel gegen alle möglichen
Beschwerden, und mit einer sehr umfangreichen Anzahl Heilanzeigen, erscheinen.
Wenn man aber weiss, dass Laser sowohl (a) die lokale Immunabwehr als
auch (b) den Blutkreislauf beeinflusst, dass (c) die Behandlung entzündungshemmend
ist, und dass man (d) Schmerzzustände beeinflussen kann, erscheint diese
Vielfalt nicht so überaus merkwürdig.
Falls ein Patient nicht auf die Behandlung reagieren sollte, ist zu
bedenken, dass das Ausmass des Behandlungserfolges auf einer Reihe von
bedeutungsvollen Parametern beruht. Ein ausgebliebener Effekt kann seine
Ursache in einem ungeeigneten Lasertyp, in zu niedriger oder zu hoher
Dosis, falscher Diagnose, zu wenig Behandlungen, Pulsfrequenz, Effektdichte
usw. haben. Verschiedene Personen sind ausserdem verschieden empfindlich
für die Dosis und besitzen verschiedene Empfänglichkeit für Laserbehandlung:
manche können den Laser "bis in die Zehenspitzen" fühlen,
andere scheinen gänzlich unbeeinflussbar zu sein. Je erfahrener der
Therapeut ist, desto grösseren Erfolg wird er erzielen, u.a. aufgrund
der Anpassung der Wahl des Lasertyps und der Dosisgrösse an den Typ
des Schadens und der Person. Es soll einem auch klar sein, dass Laser
nur ein Werkzeug unter vielen ist.
Indikationen von A bis Z
Die unten angeführten Indikationen machen keine vollständige Liste aus,
sondern sind als Beispiele für Beschwerden, bei denen Laserbehandlung
wertvoll sein kann, zu betrachten.
Akne. Akne wird am besten mit Indium- oder Aluminium-Laser
behandelt. Geeignete Dosis: 0,5 J pro Punkt. Die Behandlung ist zwar
eine Symptomtherapie, doch kann das Resultat trotzdem gut ausfallen.
Aphthen. Aphthen werden am besten mit Indium- oder Aluminium-Laser
behandelt. Die Dosis wird vom subjektiven schmerzstillenden Effekt bestimmt.
Wenn der Patient eine klare Verbesserung fühlt, ist man der "richtigen"
Dosis nahegekommen. Oft sind mehrere Behandlungen nötig, um den Patienten
frei von Beschwerden zu halten, bis die Afte verschwunden ist.
Bakterien und Viren. Welchen Effekt hat Laserlicht auf
Bakterien und Viren? Tatsache ist, dass Laserlicht sowohl gezüchtete
Bakterien als auch gezüchtete Viren stimulieren kann. Dass man dagegen
bei Behandlung von Infektionen die Situation nicht verschlechtert, sondern
statt dessen die Heilung beschleunigt, beruht darauf, dass die Stimulierung
der Immunabwehr grösser ist als die der Mikroorganismen. Laserbehandlung
muss manchmal mit Antibiotikatherapie kombiniert werden.
Frakturen. Behandlung mit Gallium-Laser (700 Hz) lokal
über der Frakturstelle, jeden dritten Tag während 1-2 Wochen.
Gürtelrose (Herpes zoster). Die norwegischen und dänischen Wörter
für Gürtelrose, "Höllenfeuer", sind treffende Bezeichnungen.
Gürtelrose kann überall auftreten, nicht nur am Rumpf. Sogar der Trigeminusnerv
kan angegriffen werden. Indium- oder Aluminium-Laser haben den besten
Effekt auf den eigentlichen Zosterangriff, jedoch kann eine Wirkung
auch auf den postherpetischen Schmerz erzielt werden, wobei Gallium-
oder Aluminium-Laser die beste Wirkung ergeben. Es ist wichtig, dass
die Behandlung so bald wie möglich eingesetzt wird, um die grösstmögliche
Wirkung zu erreichen. Eine Serie von Behandlungen verkürzt das Leiden
des Patienten erheblich. [51-58]
Herpes simplex. Herpes eignet sich sehr gut für die Behandlung
mit Niederleistungslaser. Das Behandlungsresultat hängt davon ab, in
welches Stadium im Viruszyklus man eingreifen kann. Je später in der
Angriffsphase die Behandlung einsetzt, desto schlechter ist die Wirkung.
Geeignete Dosis: 0,5-3 J pro Blase mit Indium- oder Aluminium-Laser.
Karpaltunnelsyndrom, das ein sehr häufiges Symptom bei Personen mit
einförmigen Arbeitsaufgaben - z.B. Arbeiter in Autofabriken
- ist, kann erfolgreich mit Gallium-Laser behandelt werden.
(Siehe auch unter "Sportschäden".) Knochenregeneration.
Die Regeneration von Knochengewebe ist in Zusammenhang mit verschiedenen
odontologischen Eingriffen von vitalem Interesse. Behandlung mit Gallium-Laser
erbietet hier eine wertvolle Ergänzung.
Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Die Behandlung geschieht dem Nasenflügel
entlang bis zum Knorpel (2 J/cm?). Die gleiche Dosis wird intraoral
an einigen Stellen über dem Sinusboden verabreicht. Die Sinusöffnung
in der Nase kann ebenfalls mit Vorteil beleuchtet werden. Diese Behandlung
gibt einen abschwellenden Effekt und erleichtert das Atmen. Akute Nebenhöhlenentzündungen
reagieren rascher auf Behandlung als chronische. Akupunkturpunkte können
mit Vorteil verwendet werden. Alle drei Lasertypen können zur Anwendung
gelangen.
Nervenschäden. Geschädigte Nerven heilen langsam. Zweifellos eignet
sich in diesen Fällen der Indium-Laser am besten. Ein Zeichen für die
Wirksamkeit des Lasers ist, wenn der Patient ein unspezifisches Unruhegefühl
im Behandlungsbereich verspürt.
Offene Beine - Wundheilung. Offene Beine und Wundliegen
sind geeignete Indikationen für Indium- oder Aluminium-Laser. Ausser
einer verbesserten Wundheilung erreicht man in der Regel auch eine wesentliche
Schmerzlinderung. Laser ist stets eine ergänzende Methode; Wundreinigung
und Verbandserneuerung sind wie üblich vorzunehmen. Man beginnt damit,
die Wundperipherie durch Kontakt der Sonde mit der Haut zu behandeln,
wobei man 1 J/cm? verabreicht. Die Behandlung erfolgt jeden zweiten
Tag, wobei der Heilungsverlauf auszuwerten ist. Falls keine Verbesserung
eintritt, wird die Dosis um 50% erhöht.
Rheumatismus. Laserbehandlung kann Rheumatismus natürlich
genausowenig wie Medizin heilen, aber die Symptome oft mildern. Ausser
Schmerzlinderung können auch grössere Beweglichkeit und verminderte
Schwellung erreicht werden. Chronische Fälle reagieren oft mit einer
anfänglichen Zunahme des Schmerzes, weshalb man am besten mit einer
niedrigen Dosis beginnt. Die eventuelle Schmerzreaktion muss dem Patienten
erklärt werden. Deren eventuelles Auftauchen ist kein Argument für den
Abbruch der Behandlung.
Schmerz. Laserbehandlung kann Schmerzzustände verschiedener
Art beeinflussen. Das Positive mit der Laserbehandlung ist, dass sich
die Schmerzlinderung in vielen Fällen oft schon während der Behandlung
einstellen kann. So hört z.B. ein Zahnhals auf zu ziehen, ein offenes
Bein wird schmerzfrei, eine Herpesblase gibt keine Beschwerden mehr,
eine Kieferklemme kann geöffnet werden. Oft sind allerdings recht hohe
Dosen erforderlich, um einen unmittelbaren Effekt auf akuten Schmerz
zu bewirken. So kann z.B. eine Alveolitis zum Zweck der Schmerzlinderung
bis zu 10 J mit Gallium-Laser beanspruchen. Bei weniger ausgeprägtem
Schmerz, z.B. bei einer Herpesblase, einer Dekubituswunde oder einem
Zahnhals, können 1-3 J erforderlich sein, um Schmerzlosigkeit zu erreichen.
Es gibt Anlass zur Vermutung, dass die hohen Dosen, die zur Linderung
starken Schmerzes verabreicht werden, gleichzeitig eine Überdosierung
im biostimulierenden Bereich bedeuten, was eine langsamere Heilung zur
Folge hat. Hier ist jedoch die Wahl einfach: der Schmerz hat Vorrang.
[1-6]
Schwellungen, Ödeme, Ergüsse. Laserbehandlung hat einen
antiödematischen Effekt, der auf einer Erweiterung der Lymphgefässe
und einer verminderten Durchlässigkeit der Blutgefässe beruht. Wenn
das Ödem bereits ein Faktum ist, sind hohe Dosen erforderlich; 10-15
J/cm? sind nicht ungewöhnlich. Laserbehandlung hat überdies einen regenerativen
Effekt auf sowohl Lymph- als auch Blutgefässe.
Sehnenentzündung (Tendinitis). Tendinitis und Tendalgie eignen
sich oft gut für Laserbehandlung. Diese Zustände sind manchmal schwierig
zu diagnostizieren. Akute Sehnenentzündungen sind bedeutend leichter
zu behandeln als chronische. Aluminium- und Gallium-Laser erzielen die
beste Wirkung.
Sport- und Belastungsschäden. Eine Daumenregel
ist, dass ein gewöhnlicher Sportschaden in gut der halben Normalzeit
heilt, wenn die Heilung mit Laser stimuliert wird. Ein zu beachtendes
Problem ist, dass die subjektiven Beschwerden, die von der geschädigten
Stelle herrühren, ziemlich rasch verschwinden und dass der Sportler
dann gerne das Training wiederaufnehmen möchte. Es ist wichtig, dass
der geschädigte Bereich ruht und dass das Training erst nach und nach
in Gang kommt. Typische Berufsschäden sind der Tennisellenbogen und
Schmerzen in den Schultern und im Nacken. Behandlung geschieht lokal
mit Gallium-Laser. Ein Tennis- oder Golfellenbogen kann oft "falsch"
sein - es kann sich
um Einklemmung eines Nervs (Karpaltunnelsyndrom) handeln. In diesem
Fall hilft es nicht, nur auf dem und rund um den Epikondylus zu behandeln.
Die Behandlung ist deshalb auch im Bereich des fünften und sechsten
Nackenwirbels mit Gallium-Laser auszuführen. Dosisvorschlag: 2-3
J bei 700 Hz. Bei Behandlung von Sehnenentzündungen, z.B. Achillotendinitis,
wählt man gerne einen Aluminium-Laser in Kombination mit Gallium-Laser.
Arthrosen werden mit Gallium-Laser (5.000 Hz) behandelt. In diesen Fällen
ist eine Schmerzreaktion nach der Behandlung sehr häufig.
Trigeminusneuralgie. Gegen diesen Schmerzzustand
gibt es keine gänzlich effektiven Behandlungsmethoden. Laserbehandlung
ist also keine Erfolgsgarantie. Da aber die Methode schmerzfrei und
ohne Nebenwirkungen ist, sollte sie an erster Stelle versucht werden.
Indium-Laser ist die vorrangige Wahl. Sollte dies nicht helfen, versucht
man mit Aluminium- oder Gallium-Laser.
Behandelt wird der Reizpunkt, und 0,5 J per Punkt ist eine geeignete
Anfangsdosis. Schmerzpunkten kann 1 J verabreicht werden. Danach wird
der Verlauf des Hauptnervs behandelt. Eine Schmerzreaktion ist nichts
Ungewöhnliches. Die Behandlung geschieht vorerst zweimal pro Woche,
danach mit immer längeren Zeitintervallen zwischen den Behandlungen.
Die Behandlung soll nicht abgebrochen werden, falls und wann Schmerzfreiheit
erreicht wird, sondern soll fortgesetzt werden, jedoch in immer längeren
Intervallen. [7, 8]
Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Laserbehandlung wird
als eine Ergänzung zu konventioneller Behandlung gegeben und beschleunigt
in diesem Fall die Heilung. Der postoperative Schmerz wird reduziert.
Zahnhälse, empfindliche. Ziehen in den Zahnhälsen reagiert oft
günstig auf Laserbehandlung. Dies ist ein glücklicher Umstand, da sehr
viele Personen an diesen Beschwerden leiden. Behandlung wird lokal am
Zahnhals mit Indium-Laser ausgeführt, bis der Patient eine deutliche
Verbesserung spürt. [59, 60]
Kontroversielle Indikationen
Falten ... sind das Lieblingsthema der Kritiker. Wissenschaftliche Untersuchungen,
die beweisen, dass Niederleistungslasertherapie Falten glätten kann,
gibt es wohl nicht. Eine Reihe von interessanten Beispielen zeigt aber,
dass Laserbehandlung Effekt auf Falten hat. Dagegen hat Kohlendioxyd-Laser
eine verblüffend gute Wirkung auf sowohl faltige Haut als auch auf Aknenarben.
Die Behandlung geschieht folgendermassen: Mit einem Scanner-Zusatz verbrennt
man oberflächlich und verdunstet ca. 0,1 mm der Oberhaut. Man erhält
dabei eine ca. 0,5 mm tiefe Brandwunde, über der sich eine Kruste bildet.
Wenn die Kruste abgefallen ist, ist die Haut während 3-6 Monaten gerötet.
Während dieser Zeit bildet sich eine neue Kollagenschicht ein Stück
tiefer in der Haut. Gleichzeitig streckt sich die Haut etwas und wird
dadurch gleichmässiger und weniger faltig. Eine mikroskopische Untersuchung
der neugebildeten Haut zeigt eine Verjüngung. Dies ist ein Effekt von
Biostimulierung.
Frühjahrsdepressionen. Eine Werbekampagne in der Stockholmer
U-Bahn vor einigen Jahren bezüglich dieser Krankheit gab Anlass zu Diskussionen
in der Presse. Bei Gericht musste der Inserent einen Rückzieher machen,
da es nicht wissenschaftlich erwiesen ist, dass Laserbehandlung eine
derartige Wirkung erzielt. Indessen ist zu bemerken, dass es sich gezeigt
hat, dass genügend grosse Dosen von weissem Licht (Leuchtröhrenlicht)
Winter- und Frühjahrsdepressionen beeinflussen können [9]. Es gibt also
vielleicht eine gewisse Berechtigung für die Behauptung des Inserenten.
Haarausfall. In einem der ersten Versuche Endre Meisters an Ratten
beobachtete man, dass der Pelz auf rasierten Körperstellen, die mit
Rubin-Laser und HeNe-Laser behandelt worden waren, rascher zurückwuchs.
Der finnische Forscher Pekka Pöntinen hat gezeigt, dass Laserlicht in
geeigneten Dosen den Blutkreislauf im Haarboden erheblich steigern kann.
Auch andere Studien zeigen, dass es möglich ist, eine Wirkung auf den
Haarwuchs beim Menschen zu erzielen. Allerdings sind oft ziemlich viele
Behandlungen erforderlich. Ein gelungenes Resultat kann nicht garantiert
werden. [10]
Zellulitis. Dokumentierte Resultate von Niederleistungslaser bei
dieser Indikation wurden nicht veröffentlicht, doch kann Gallium-Laser
manchmal erstaunliche Wirkungen erzielen.
Tierärztliche Anwendung
Es gibt eine grosse Anzahl von Untersuchungen, bei denen die Effekte
von Laserlicht bei Tieren untersucht wurden. Sowohl Gallium- als auch
Aluminium-Laser haben eine gute Wirkung bei Pferden wie auch Hunden,
vorausgesetzt, dass die entsprechenden Lasersonden so geformt sind,
dass das Licht durch den Pelz geleitet werden und in Kontakt mit der
Haut gelangen kann. Ein Laser, der für den menschlichen Gebrauch bestimmt
ist, eignet sich in der Regel nicht für Behandlung von Tieren mit Pelz.
Durch Rasieren der Behandlungsstelle kann man jedoch das Laserlicht
im allgemeinen anbringen.
Pferde sind empfindlicher gegen Laser als der Mensch. Bei hoher lokaler
Effektdichte bei einem Gallium-Laser reagieren sie (oft stark), wenn
man mit der Sonde in die Nähe des Schadens oder des Problembereichs
kommt. Besonders gilt dies bei hoher Pulsfrequenz. Es kann deshalb ratsam
sein, eine Weile niedrige Pulsfrequenz zu verabreichen, ehe man die
Frequenz eventuell erhöht. Diese Reaktion bei Pferden kann auch dazu
benutzt werden, einen eventuellen Schaden zu lokalisieren. Bei offenen
Wunden wird Indium-Laser empfohlen. [11, 12, 13, 14]
Gegenanzeigen
Irgendwelche absolute Gegenanzeigen für Behandlung mit Niederleistungslaser
gibt es nicht. In Schweden gilt jedoch das Kurpfuschergesetz, das die
Behandlung gegen Krankheiten bei Kindern unter 8 Jahren verbietet und
das vorschreibt, dass gewisse Krankheiten, z.B. Krebs, Diabetes, Epilepsie,
nur ärztlich behandelt werden dürfen. In älterer Laserliteratur wird
oft erwähnt, dass z.B. Herzschrittmacher, Schwangerschaft, Epilepsie,
Herzinfarkt u.a.m. Gegenanzeigen für Laserbehandlung sind. Nachdem Herzschrittmacher
elektronisch, von Metall eingekapselt und von Licht gänzlich unbeeinflussbar
sind, ist das Ganze ein Missverständnis. Bezüglich Schwangerschaft gilt
die normale medizinische Beurteilung des Zustandes der Mutter. Laserlicht
an sich beeinflusst den Fötus nicht, weil so wenig Licht durchdringt.
Für den Fötus ist es sicher nicht von Nachteil, dass ein empfindlicher
Zahnhals oder eine Herpesblase der werdenden Mutter gebessert wird.
Bezüglich Epilepsie weiss man, dass gepulstes sichtbares Licht, vor
allem mit Pulsfrequenzen im Bereich 5-10 Hz, epileptische Anfälle auslösen
kann. Deshalb muss man selbstverständlich mit Instrumenten, die blinkendes
sichtbares Licht haben, Vorsicht üben. Es kommt aber selten vor, dass
Niederleistungslaser gepulstes sichtbares Licht haben. Es gibt in der
Literatur keine Angaben darüber, dass gepulstes unsichtbares Licht epileptische
Anfälle auslösen könnte. Dagegen soll man es vermeiden, grosse Dosen
Laserlicht über der Schilddrüse zu applizieren. Spanische Untersuchungen
an Ratten [15] deuten an, dass man bei grossen Dosen Störungen verursachen
könnte. Dass Laserlicht direkte Schäden ergeben könnte, ist niemals
nachgewiesen worden, da aber die Schilddrüse empfindlich gegen Licht
zu sein scheint, soll man es vermeiden, diese Drüse zu beleuchten, bis
die Forschung die Grenzen klargelegt hat.
Krebs oder vermuteter Krebs darf niemals von anderen als Spezialisten
behandelt werden. Dies hat seinen Grund nicht darin, dass Laserbehandlung
keine positive Wirkung auf den Krebs haben könnte, sondern darin, dass
das Gesetz die Behandlung von Krebs niemand anderem als Fachleuten erlaubt.
Bezüglich Patienten, die Strahlentherapie erhalten haben, mag es interessant
sein zu wissen, dass eine Anzahl von Untersuchungen zeigt, dass Versuchstiere,
die zuerst mit Niederleistungslaser behandelt wurden, eine darauffolgende
Röntgenstrahlung besser vertrugen. [16]
Forschung in Schweden
Unter den Doppelblindversuchen, die einen signifikanten positiven Effekt
von Laserbehandlung erwiesen haben, können die folgenden genannt werden.
Nivbrant und Friberg am Regionalkrankenhaus in Ume haben die Wirkung
von Gallium-Laser auf mediale Kniegelenksarthrose studiert. Lögdberg-Andersson
am Krankenhaus =kersberga hat in einem Doppelblindversuch eine gute
Wirkung von Gallium-Laser bei Sehnenentzündungen und myofasziellen Schmerzen
konstatiert. Haker und Lundeberg am Karolinischen Institut in Stockholm
haben in einer Doppelblindstudie den Effekt von Gallium-Laser auf Tennisellenbogen
untersucht und stellen fest: "Irradia Laserbehandlung mag eine
wertvolle Therapie bei lateraler Epikondylalgie sein, wenn sie wie in
dieser Studie beschrieben ausgeführt wird." Ines Vinge am Karolinischen
Krankenhaus in Stockholm hat, ebenfalls in einem Doppelblindversuch,
die Wirkung von Laserakupunktur mit Gallium-Laser bei der Behandlung
von Asthma untersucht und bei den gewählten Parametern eine gute Wirkung
gefunden. Darüberhinaus gibt es eine grössere Anzahl unveröffentlichter
Pilotstudien, die von verschiedenen Ärzten und Heilgymnasten durchgeführt
wurden. Darunter kann ein Versuch von Göran Renström, bekannter Sportarzt
aus Borlänge, erwähnt werden, der Gallium-Laser an 993 Patienten ausgewertet
hat.
Kapitel
3. (Für den fortgeschrittenen Leser)
In diesem Kapitel wird einiges darüber erklärt, was in Zellen und Geweben
vor sich geht und warum diese Reaktionen nur dann eintreten, wenn Laserlicht
verwendet wird. Dass die biologischen Effekte laserspezifisch sind,
geht teils aus der Forschung hervor, teils aus den unten beschriebenen
Experimenten, die zeigen, dass die Eigenschaften des Laserlichtes nicht
verschwinden, wenn sich das Licht im Gewebe verbreitet.
Zu Beginn ...
Es gibt viele Untersuchungen, die an Versuchstieren gemacht wurden,
wo man den biologischen Effekt von kohärentem Licht von einem Laser
mit Licht von z.B. Leuchtdioden oder anderen inkohärenten Lichtquellen
verglichen hat [17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25 u.a.m.]. Man hat
dabei einen deutlichen Effekt vom Laser erhalten, aber keinerlei Effekt
- oder eine wesentlich geringere Wirkung - von
der nicht-kohärenten Lichtquelle. Dies zeigt klar, dass Laserlicht eine
spezielle Wirkung auf Zellen und Gewebe ausübt.
Speckler
Wenn man ein Papier oder eine andere matte Oberfläche mit sichtbarem
Laserlicht beleuchtet, sieht man eine merkwürdige Körnigkeit im Licht.
Diese Körner oder Punktmuster werden Laserspeckler genannt und entstehen
- aufgrund der Kohärenz des Laserlichtes - durch
Interferenz zwischen verschiedenen Strahlen. Die Speckler können von
zweierlei Art sein: virtuelle (entstehen im Auge des Betrachters, sehen
aber aus, als ob sie sich auf dem oben erwähnten Papier befänden), oder
reelle (können auf eine Filmplatte im Raum projiziert werden).
Experiment 1
Zweck dieses Experimentes ist es zu zeigen, dass die typischste
Eigenschaft des Lichtes - die Kohärenz - bei
diffuser Streuung nicht verschwindet. Es dreht sich also um die Laserspezifität,
d.h. wenn man in einem Gewebe dasselbe Lichtverhältnis mit einem Laser
wie mit einer gewöhnlichen Lampe mit Farbfilter erhält. Man lässt einen
schmalen Strahl von einem HeNe-Laser einen Apfel treffen. Rund um den
intensiven Treffpunkt ist ein Lichthof mit 1-2 cm Durchmesser sichtbar.
Dieser Lichthof entsteht dadurch, dass sich das Laserlicht in alle Richtungen
im Gewebe des Apfels verbreitet und reflektiert und zu einem gewissen
Teil wieder zurückkehrt. Wenn man den Lichthof betrachtet, sieht man
(virtuelle) Laserspeckler, was zeigt, dass das Laserlicht nach der Passage
durch das Apfelgewebe immer noch kohärent ist. Die Lichtverteilung innerhalb
des beleuchteten Volumens im Apfel ist nicht homogen, sondern aufgrund
der Interferenz körnig, d.h., sie besteht aus einer dreidimensionalen
Specklerstruktur (reelle Speckler).
Professor Nils Abrahamsson an der Königlichen Technischen Hochschule
in Stockholm betrachtete in den achtziger Jahren diese Speckler in einem
Mikroskop und war wahrscheinlich der erste Beobachter, der feststellte,
dass sich die Speckler an der Oberfläche eines Apfels bewegen. Er konnte
diese Specklerbewegungen zu den Bewegungen in den Apfelzellen in Beziehung
setzen. Das Phänomen wurde später von französischen Forschern ferner
untersucht [26], die auf diese Weise zwei verschiedene Partikelbewegungen
im Zellinneren studieren und unterscheiden konnten. Die dreidimensionale
Struktur entsteht durch die Interferenz zwischen verschiedenen Strahlen
mit zufälliger Richtung, Amplitude und Phase. In den Laserspecklern,
wo man eine höhere Intensität als in der nächsten Umgebung findet, ist
das Licht ganz oder partiell linearpolarisiert, da die genannte höhere
Intensität durch konstruktive Interferenz entstanden ist. Diese geschieht
nur dann, wenn die interferierenden Wellen dieselbe Polarisation haben.
Dadurch entstehen also Inseln von polarisiertem Licht im Gewebe. Die
durchschnittliche Grösse dieser Inseln beträgt einen bis mehrere Zehntelmillimeter,
d.h. ist in der Regel wesentlich grösser als die Zellen, die sie umschliessen.
Interessant ist, dass diese Inseln von polarisiertem Licht unabhängig
davon entstehen, ob der beleuchtende Laser polarisiertes oder unpolarisiertes
Licht abgibt.
Experiment 2
Um zu zeigen, dass die Kohärenz des Laserlichtes nicht nur im Gewebe
eines Apfels beibehalten wird, wurde folgendes Experiment ausgeführt
(gezeigt von L. Hode bei einem Kongress in Los Angeles [The Ninth Congress
of the International Society for Laser Surgery and Medicine, Los Angeles,
2.-6. November 1991]. Dieses Experiment wurde auch in der Fachpresse
referiert. [27]
1. Frischgemahlenes Hackfleisch wird zwischen zwei planen Glasplatten
so zusammengepresst, dass eine 5-10 mm dicke Scheibe Hackfleisch entsteht.
Das Ganze wird daraufhin vertikal gestellt.
2. Das Licht von einem 3-5 mW HeNe-Laser (rotes sichtbares Licht
mit der Wellenlänge 633 nm) wird im rechten Winkel gegen die Glasplatten
gerichtet. Man sieht dann auf der Hinterseite der Hackfleischscheibe
einen roten Fleck von dem Licht, das durch das Fleisch
hindurchpassierte.
3. Eine kleine Penlight-Taschenlampe wird neben dem Laser so plaziert,
dass sie - ganz nahe an der Glasoberfläche -
gegen das Glas gerichtet ist. Die Penlight-Taschenlampe leuchtet mit
gewöhnlichem weissem Licht. Auch hier passiert Licht durch die Hackfleischscheibe
und bildet einen Lichtfleck auf der Rückseite der Scheibe neben dem
Laserlichtfleck.
4. Die beiden Lichtflecke werden aus einigen Metern Abstand miteinander
verglichen.
Folgende Schlussätze können nun gezogen werden:
A. Beide Lichtflecken sind nach der Passage durch das Hackfleisch
rot. Dies zeigt, dass rotes Licht die beste Penetration unter den sichtbaren
Lichtwellenlängen hat (kürzere Wellenlängen werden absorbiert). Messungen
mit Messinstrumenten zeigen, dass infrarote Strahlung noch besser penetriert.
B. Der Laserlichtfleck zeigt Laserspeckler, die deutlich sichtbar
sind, wenn man den Kopf langsam bewegt. Dagegen zeigt der Lampenlichtfleck
keine Laserspeckler. Es ist offenbar, dass nach der Passage durch Hackfleisch
ein Unterschied zwischen Laserlicht und dem Licht von einer Taschenlampe
besteht. Die Kohärenz des Laserlichtes verschwindet also nicht.
Ist es denn nicht möglich, polarisiertes gewöhnliches Licht zur Beleuchtung
zu benutzen, falls Polarisation wirklich so wichtig ist? Nein, dies
ist nicht möglich. Die Polarisation bei inkohärentem Licht, das diffus
gestreut wird, geht schon nach weniger als einem Millimeter verloren.
Wenn man das Licht einer Lampe polarisiert und es die Haut beleuchten
lässt, ist die Polarisation verschwunden, bevor das Licht die tieferen
Hautlager erreicht hat. Bei offenen Wunden kann man jedoch einen Effekt
mit polarisiertem gewöhnlichem Licht erzielen, da Zellen in der offenen
Wunde, die am Heilungsprozess teilnehmen, direkt vom Licht getroffen
werden, ohne dass darüberliegende Haut die Polarisation eliminiert.
Endre Meister [28, 29] präsentierte auf der lasermedizinischen Konferenz
Laser-Opto 1981 in München eine Untersuchung an Lymphozyten in vitro,
wo er zeigte, dass diese gegen sowohl kohärentes polarisiertes Licht
(auf das Niveau 100% gesetzt) als auch gegen inkohärentes polarisiertes
Licht (75%) empfindlich sind, dagegen aber fast völlig unempfindlich
gegen unpolarisiertes Licht.
Eine mögliche Erklärung
Es ist bekannt, dass positionsfeste chromophore Moleküle (z.B. die
Porphyrine des Körpers) Absorptionsdipole aufweisen und linearpolarisiertes
Licht [30] mit bestimmter Polarisationsrichtung sowohl aufnehmen als
auch abgeben (z.B. bei Fluoreszenz). Porphyrine finden sich u.a. in
der Respiratorkette der Mitochondrien und sind diejenigen Moleküle,
die vor allem für die Lichtabsorption verantwortlich sind. Hier hat
also die Polarisation in den vom Laserlicht geschaffenen Specklerinseln
Bedeutung, und dies könnte eine der Erklärungen dafür sein, dass man
in einer Anzahl von Studien verschiedene Effekte mit Laser und inkohärenten
Lichtquellen erhalten hat.
Eine weitere mögliche Erklärung
Der Unterschied in der Lichtintensität verschiedener Punkte im beleuchteten
Gewebe aufgrund der Laserspeckler gibt Anlass zu lokalen Temperaturveränderungen.
Diese wurden von Horvath und Donko [31] für kohärentes Licht berechnet.
Temperaturveränderungen führen zu lokalen Gradienten in gewissen Stoffkonzentrationen.
Solche Konzentrationsgradienten sind ihrerseits wiederum der Anlass
zu Materialtransporten im Gewebe auf die Art und Weise, wie sie von
Ficks Gleichungen beschrieben werden. Bei Beleuchtung von Gewebe mit
Laserlicht kann es sich also so verhalten, dass diese lokalen Temperaturgradienten
einen Mikrokreislauf erzwingen, was bei Beleuchtung mit nicht-kohärenten
Lichtquellen, z.B. Leuchtdioden, nicht der Fall ist. Spanner [32] hat
z.B. gezeigt, dass ein Temperaturunterschied über einer Zellmembran
von 0,01*C einen Druckunterschied von 1,32 Atmosphären verursacht, was
bewirken kann, dass das Verteilungsmuster von Na+ und K+ greifbar verändert
wird [33].
Experiment 3
Man drückt die Hand gegen das Glas einer eingeschalteten Taschenlampe.
Man sieht, dass das Licht durch die Finger dringt. Licht dringt also
ziemlich tief in den Körper ein. Man sieht aber, dass nur der rote Teil
des Spektrums passiert und also tief eindringt. Es ist auch bekannt,
dass Licht in Knochengewebe eindringt [35]. Im übrigen ist es durchaus
nicht sicher, dass die Eindringungstiefe für zumindest gewisse der biologischen
Effekte, die bei Lasertherapie entstehen, so entscheidend ist. Es gibt
an die zehn Untersuchungen, bei denen man CO2-Laser als Lichtquelle
zum Zweck der Biostimulierung verwendete und dabei tiefgehende Effekte
feststellte, in gewissen Fällen bis zu 4-5 cm tief ins Gewebe hinein.
Der CO2-Laser hat eine Wellenlänge (10 600 nm), bei der eine vollständige
Absorption (99,9%) innerhalb von
0,3 mm geschieht.
Verschiedene Mechanismen
Andererseits hat die Zellforscherin Tiina Karu gezeigt, dass man
in Zellkulturen stimulierende biologische Effekte auch von monochromatischem
inkohärentem Licht erhalten kann [34]. Ausserdem hat sie gezeigt, dass
bei Zellkulturen, die zuerst mit Laserlicht beleuchtet wurden und dabei
einen biologischen Effekt zeigten, und die daraufhin mit breitbandigem
(= nicht-monochromatischem und inkohärentem) Licht beleuchtet werden,
der vom Laserlicht hervorgerufene biologische Effekt auf fast Null reduziert
wird [22]. Diese Versuche deuten darauf hin, dass es mehr Mechanismen
als die oben beschriebene Anregung polarisationsempfindlicher Chromophoren
gibt.
Es ist auch wichtig, den rein optischen Unterschied zu verstehen, wenn
ein stark lichtverbreitendes Gewebe bzw. eine dünne, transparante Zellschicht
in einer Zellkultur beleuchtet wird. Wenn eine dünne Schicht von gezüchteten
Zellen mit polarisiertem Licht beleuchtet wird, wird die Polarisation
des Lichtes durch die ganze Schicht hindurch beibehalten, ganz unabhängig
davon, ob das Licht kohärent ist oder nicht. Dagegen entstehen die genannten
Laserspeckler in einem Gewebe durch Interferenzen. Effekte auf Zellkulturen
brauchen deshalb nicht laserspezifisch zu sein, während man bei Untersuchungen
an Zellen derselben Art und desselben Typs, wenn diese Teil eines Gewebes
sind, feststellen kann, dass der Effekt laserspezifisch ist. Es ist
seit langem bekannt, dass kleine Mengen einer Substanz, die Singlettsauerstoff
genannt ist, gebildet werden, wenn Gewebe mit Laserlicht beleuchtet
wird [36]. Rochkind und Lubart in Israel [37] haben dies mit Hilfe von
NMR-Technik (Nuclear Magnetic Resonance) gezeigt. Singlettsauerstoff
ist ein freies Radikal, das seinerseits u.a. die Bildung von ATP beeinflusst
[38, 39], das den Brennstoff und Energievorrat der Zellen ausmacht.
Man hat auch festgestellt, dass das Kalzium-Ionengleichgewicht [40]
in den Zellen beeinflusst wird. Weiter beeinflusst Laserlicht die oxydativen
Prozesse, was von Karu nachgewiesen wurde [41].
Diese Prozesse führen ihrerseits zu einer langen Reihe von Sekundäreffekten:
erhöhter Zellenmetabolismus und Kollagensynthese bei Fibroblasten [42],
gesteigertes Aktionspotential bei Nervenzellen [43], Stimulierung der
Bildung von DNA und RNA im Zellkern [44], lokale Beeinflussung der Immunabwehr
[29], erhöhte Neubildung von Kapillargefässen durch Aktivierung von
Wachstumsfaktoren [45], gesteigerte Aktivität bei Leukozyten [46], Verwandlung
von Fibroblasten zu Myofibroblasten [47] u.a.m.
Die Zellmembran
Die elektrische Feldstärke des linearpolarisierten Lichts verändert
die Konformität des doppelten Lipidlagers in der Zellmembran durch Elektronenpolarisation
der elektrischen Dipole der Lipide. Dies führt u.a. zu einer Veränderung
der Ladungsverteilung auf der Oberfläche der Zellmembran, was Änderungen
in den Lipid-Protein-Bindungen mit sich führen kann. Da die Zellmembran
die Rolle des biologischen Verstärkers spielt, können die Veränderungen
in der Membran jeden Prozess beeinflussen, der mit der Zellmembran zu
tun hat: Energieproduktion, immunologische Prozesse, Enzymreaktionen,
Transportfaktoren u.a.m. Diese Änderung in der Membranstruktur bei beispielsweise
Leukozyten aktiviert zyklisches Adenosinmonophosphat (3'5'-cAMP) und
steigert die Rezeptoraktivität auf der Zellmembran. Dies kan unter gewissen
Umständen eine immunologische Kettenreaktion auslösen, was auch folgendes
mit sich führt: Bildung von monozytischen, neutrophilen und eosinophilen
chemotaktischen Faktoren und dergleichen Faktoren, die die Bewegung
von Makrophagen hemmen, sowie Steigerung des Hautreaktorfaktors, der
die Permeabilität bei Kapillaren beeinflusst. Beim Studium verschiedener
Immunabwehrkomponenten, durch Messungen vor und nach der Laserbeleuchtung,
hat es sich gezeigt, dass der Gehalt an Alpha-I-Lipoprotein in Wundflüssigkeit
nach Einfluss von Laserlicht mit 120% stieg.
Walker [48] hat gezeigt, dass nach Behandlung von Neuralgien mit HeNe-Laserlicht
Serotonin ausgeschieden wurde. (Die Serotonin-Precursorsubstanz 5-HIAA
im Urin von Patienten vor und nach der Laserbehandlung wurde gemessen.)
Die Substanz zirkuliert im Blut und verursacht Systemeffekte, d.h. entfaltete
Wirkung auch in anderen Körperteilen als dem behandelten. Auch andere
Forscher haben Systemeffekte untersucht, u.a. die Gruppe von Rochkind
[49]. Montesinos [2] hat gezeigt, dass Laserlicht die Endorphinproduktion
beeinflusst. Honmura [50] hat durch die Blockade von Opiaten mit Naloxon
festgestellt, dass der schmerzstillende Effekt nicht nur auf Endorphinen
beruht.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Effekte von Laserlicht
in lebendem Gewebe äusserst kompliziert sind. Es handelt sich um verschiedene
photochemische Prozesse, die ihrerseits eine grosse Anzahl biochemischer
Reaktion in Gang bringen. Manche dieser Prozesse sind laserspezifisch,
während andere vor allem auf der Photonenergie beruhen. Es bedarf weiterer
Forschung, bevor wir diese Vorgänge völlig verstehen können.
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