LASER - der heilt

by Lars Hode

Translated by Ellen Erbes

Die Absicht mit dieser kleinen Schrift ist, die Erfahrungen zusammenzufassen, die wir innerhalb von SLMS (Svenska Laser-Medicinska Sällskapet), der Schwedischen Laser-Medizinischen Gesellschaft, bezüglich der Behandlung von Krankheiten mit Niederleistungslaser gewonnen haben, sowie auf die Literatur hinzuweisen, die wir als die wesentlichste betrachten.

 






















 

Denna sida blev uppdaterad:

For LLLT-books please click


Kapitel 1  wendet sich an Patienten. Wir haben versucht, so sachlich und einfach wie möglich zu schreiben in der Hoffnung, dass alle Leser Nutzen davon haben.

Kapitel 2  wendet sich an den Leser, der mit Laser etwas mehr vertraut ist. Wir gehen hier etwas tiefer auf das Gebiet des medizinischen Lasers und dessen klinischer Anwendung ein.

Kapitel 3.    (Für den fortgeschrittenen Leser)




Lars Hode, D. Sc.


Kapitel 1
Laser: die Aladdinslampe des 20. Jahrhunderts?
Was ist medizinischer Laser
Was wird mit Niederleistungslaser behandelt
Wie gross sind die Chancen einer Heilung oder Besserung?
Wie behandelt man?
Spürt man Schmerzen?
Behandlungsdauer
Worauf soll man nach erfolgter Behandlung achten?
Wie hoch sind die Behandlungskosten?

Kapitel 2
Die elektromagnetische Strahlung
Allgemeines Strahlungsrisiko
Sind irgendwelche Risiken vorhanden?
Kann man zugleich mit Laserbehandlung Heilmittel einnehmen?
Wie teuer ist die Behandlung
Laser -   etwas ausführlicher
Beispiele medizinisch verwendbarer Laser
Eigenschaften des Laserlichts
Einige Gesichtspunkte zu Laserinstrumenten
Biostimulierung
Verschiedene Parameter
Risiken und Nebenwirkungen
Indikationen von A bis Z
Kontroversielle Indikationen
Tierärztliche Anwendung
Gegenanzeigen
Forschung in Schweden

Kapitel 3
Experiment 1
Experiment 2
Eine mögliche Erklärung
Eine weitere mögliche Erklärung
Experiment 3
Verschiedene Mechanismen
Die Zellmembran
Zusammenfassung
Literaturverzeichnis

50 positive Doppelblindstudien
Auswahl von Büchern über Lasertherapie

 


Inhaltsverzeichnis



Kapitel  1.



Laser:  die Aladdinslampe des 20. Jahrhunderts?

Es war im Jahre 1966. Dr. Endre Mester, Professor in Chirurgie am Semmelweis-Krankenhaus in Budapest, wurde mit einem neuen und spannenden Gerät beliefert: einem Rubin-Laser! Er hatte Mittel zur Verfügung gestellt bekommen, um zu untersuchen, ob man Licht von einem Laser zur Bekämpfung von Krebs verwenden  könnte. Er machte deshalb eine Reihe von Experimenten, zuerst an Zellkulturen, dann an Ratten, um sich davon zu überzeugen, dass das Laserlicht -   diese neue und unbekannte Art von Licht -   nicht Anlass zu etwas Gefährlichem oder Unerwartetem gab. Er rasierte den Pelz auf dem Rücken einer Anzahl Ratten teilweise weg und applizierte danach verschiedene Dosen von Laserlicht auf der Hälfte der rasierten Stelle. Die andere Hälfte wurde zum Zweck des Vergleichs unbehandelt gelassen. Bei kleinen Lichtdosen geschah nichts. Bei grösseren Dosen wuchs das Haar auf der mit Laser behandelten Hälfte rascher nach -   das Laserlicht hatte einen stimulierenden Effekt! Bei noch grösseren Dosen verschwand die Wirkung, und bei weiterer Erhöhung der Dosis erhielt man ein entgegengesetztes Resultat: auf der unbehandelten Hälfte wuchs das Haar schneller nach -   man hatte nun einen hemmenden Effekt hervorgerufen.
Dr. Mesters Forschergruppe unternahm mehrere Versuche. An einer neuen Gruppe von Ratten wurde auf beiden Körperhälften je eine chirurgische Wunde geschaffen. Die eine Wunde wurde mit Laserlicht beleuchtet, die unbehandelte Wunde diente zum Vergleich. Auch hier zeigte es sich, dass gewisse Dosen von Laserlicht die Wundheilung stimulierten konnten, während sich beträchtlich höhere Laserlichtdosen als heilungshemmend erwiesen. Die Resultate dieser Untersuchungen wurden 1967 veröffentlicht.
Heute  -  30 Jahre später -  sind fast 2.000 verschiedene Untersuchungen aus über 80 Ländern über die Lasertherapie an Mensch und Tier in der medizinischen Literatur veröffentlicht worden.
Licht und Schall
Licht ist eine Form von Energie, die in Materie entsteht und aus Wellen besteht. Licht kann eine lange oder eine kurze Wellenlänge haben. Eine Lichtquelle gibt in der Regel Licht mit vielen verschiedenen Wellenlängen ab -   oder anders ausgedrückt: die Lichtquelle hat ein Spektrum von Licht. Gewisse Lampen geben besonders viel Licht von einer gewissen Farbe ab, z.B. Strassenbeleuchtung, Neonlicht, Leuchtdioden. Weisses Licht ist eine Mischung von mehreren verschiedenen Farben. Auch Schall besteht aus Wellen, die verschiedene Wellenlängen haben können. Hohe Töne (Diskant) haben kurze Wellenlängen, während tiefe Töne (Bass) lange Wellenlängen haben. Die meisten natürlichen Schallquellen geben viele verschiedene Wellenlängen gleichzeitig ab -   das Rauschen von Wind, das Rieseln von Wasser, Gewitter, Wellengeplätscher. Es gibt aber auch Schallquellen, die Töne von praktisch nur einer einzigen Wellenlänge abgeben, z.B. ein Pfiff.

Was ist ein Laser eigentlich?
Ein Laser ist eine Lichtquelle, die äusserst reines Licht abgibt. Mit reinem Licht meint man Licht, das nicht ein ganzes Spektrum, sondern nur eine einzige Wellenlänge hat. Als Illustration mag folgender Vergleich dienen: der Laut einer Flöte ist "reiner" als der Laut von z.B. einer Dose, die mit Steinen gefüllt ist und geschüttelt wird -   die Flöte gibt Laute mit einem bestimmten Ton (einer gewissen Wellenlänge) ab. Genau wie die Flöte gibt ein Laser ausserdem lange zusammenhängende Wellen ab. Das Licht von einem Laser ist sehr wohlgeordnet, gut organisiert, während Licht von anderen Lampen gänzlich unorganisiert ist. In der Fachsprache sagt man, dass das Laserlicht kohärent ist (siehe S. 8).
Der reine kohärente Ton einer Flöte kann sowohl den Menschen als auch Materie auf eine andere Art beeinflussen als die unreinen Töne von Verkehrsgeräuschen. Ein reiner Ton der richtigen Frequenz vermag z.B. ein Kristallglas in Selbstschwingung (Resonanz) zu versetzen, was sogar dazu führen kann, dass das Glas in Scherben bricht. Auf dieselbe Weise kann kohärentes Licht unsere Zellen auf andere Weise beeinflussen als inkohärentes Licht.
Es gibt Hunderte verschiedene Sorten von Laser. Sie können in starken oder schwachen Typen hergestellt werden (die meisten sind schwach). Das Licht kann jede beliebige Farbe haben oder auch unsichtbar sein. Der Strahl kann schmal und parallel oder zum Zweck der Divergenz (fächerartiges Ausbreiten der Strahlen) geformt werden.
Was ist medizinischer Laser?
Im medizinischen Bereich gibt es viele verschiedene Arten von Laser, jedoch können sie in zwei Hauptgruppen eingeteilt werden:
1.  Starke Laser, die dazu verwendet werden können, um Gewebe zu schneiden, zu koagulieren oder wegzubrennen. Diese Laser werden oft chirurgische Laser genannt, weil sie das Skalpell des Chirurgen ersetzen können. Nur Ärzte und Tierärzte dürfen diese Arten Laser verwenden.
2.  Schwache Laser, die zur Stimulierung von Zellfunktionen benutzt werden können. Diese werden oft biostimulierende Laser oder Niederleistungslaser genannt. Deren biologische Wirkung baut nicht - wie die chirurgischen Laser -   auf starke Wärmeentwicklung, sondern darauf, dass das reine Licht des Lasers photochemische Reaktionen in den Zellen hervorruft. Weder Sonnen- noch Lampenlicht verursachen dieselben Typen von Reaktionen.

Wie funktioniert Lasertherapie?
Hier handelt es sich um sehr komplizierte Prozesse in Zellen und Geweben. Es kann jedoch kurz gesagt werden, dass die Laserbehandlung auf die lokale Immunabwehr, den Kreislauf in Blut und Lymphgefässen, den Stoffwechsel in den Zellen und auf die Ausscheidung verschiedener Substanzen einwirkt, z.B. Endorphine und Prostaglandine, die u.a. Schmerzzustände beeinflussen.
Nicht immer wird ein stimulierender Effekt erzielt. Der Laser kann sowohl eine normalisierende Wirkung als auch hemmende Effekte ausüben. Die Laserbehandlung setzt oft Heilprozesse in Gang und bedeutet deshalb vor allem eine Hilfe zur Selbsthilfe.

Was wird mit Niederleistungslaser behandelt?
Verschiedene Lasertypen beeinflussen Gewebe und Zellen auf verschiedene Arten. Was behandelt werden kann, hängt deshalb oft davon ab, welcher Lasertyp bzw. welche Lasertypen ein Therapeut zur Verfügung hat. (Siehe auch S. 10.)

Wie gross sind die Chancen einer Heilung oder Besserung?
Nicht alle Patienten reagieren auf Laserbehandlung gleichartig. In der Regel ist eine Reaktion innerhalb von fünf Behandlungen feststellbar. Manche Patienten reagieren stark und fast unmittelbar, andere benötigen mehrere Behandlungen. Ungefähr jeder zehnte Patient reagiert überhaupt nicht oder so schwach, dass nur zu konstatieren übrigbleibt, dass Laserbehandlung für diese Person nicht die richtige Methode ist. Beispiele von typischen "Laserproblemen" sind die folgenden: Herpes, Gürtelrose, Gesichtslähmung, Nervenentzündung, venöse Beingeschwüre, Wund-liegen, Hand- und Fusswarzen (besonders bei Kindern), empfindliche Zahnhälse, Probleme mit Rücken, Nacken, Schultern und Knien, gewisse rheumatische Beschwerden und Sportschäden. Man berechnet, dass ca. 75-90% der Patienten beschwerdefrei oder stark verbessert werden. Dies setzt allerdings voraus, dass der richtige Lasertyp verwendet wird und dass der Therapeut gute Kenntnisse besitzt!
Beispiele von Problemen, die behandelt werden können und wo die Chance der Gesundung bei ungefähr 50% liegt: hormonell bedingter Haarausfall, Psoriasis, Hand- und Fusswarzen bei Erwachsenen, Ischias, rheumatische Schmerzen, Narben, Falten, starre Schulter. Beispiele von Problemen, wo man nur fallweise Erfolg hat (die Chance der Wiederherstellung ist weniger als 15%): Pigmentflecken, Hämangiom (Gorba-tschow-Male), Alopecia areata (fleckenweiser Haarausfall), Bandscheibenvorfall im Frühstadium.

Wie wird die Behandlung durchgeführt?
Bei den meisten Instrumenten heutzutage kommt das Laserlicht aus einer Sonde (deren Form einer Feder ähnlich ist). Die Behandlung wird folgendermassen ausgeführt: der Therapeut schaltet das Lasergerät an und drückt das Ende der Sonde leicht gegen die zu behandelnde Stelle. Bei der Behandlung offener Wunden, Herpes-Ausschlägen usw. hält man die Sonde am besten auf etwas Abstand. Je nachdem, in welcher Körpertiefe das Problem liegt und wie gross die zu behandelnde Stelle ist, kann die Behandlungsdauer sehr unterschiedlich sein: von einigen Sekunden bis zu einer halben Stunde.

Die Bedeutung des Gewebezustandes
Klinische und experimentelle Erfahrungen zeigen, dass Laserbehandlung die grösste Wirkung auf Gewebe/Organe hat, die einen allgemein verschlechterten Zustand aufweisen, z.B. bei Patienten, die an irgendwelcher Funktionsstörung oder an Gewebeschaden leiden. Die Wunde einer jungen, gesunden Person heilt ungefähr gleich schnell mit oder ohne Laserbehandlung, dagegen können schwer zu heilende offene Beine bei einer Person mit schlechtem Blutkreislauf und dazu noch herabgesetzter Immunabwehr mit Hilfe von Laserbehandlung einer viel rascheren Heilung zugeführt werden.

Spürt man Schmerzen?
Nein, es werden keinerlei Schmerzen empfunden; eher wird ein angenehmes Gefühl wahrgenommen. Die Laserbehandlung wirkt entspannend und viele Patienten schlafen dabei ein. Es kann allerdings vorkommen, dass ein schon bestehender Schmerz zunimmt oder dass Schmerz innerhalb von 6-24 Stunden nach der Behandlung auftritt, der aber in der Regel nur ungefähr einen Tag anhält. Dies beruht darauf, dass das Laserlicht Heilprozesse in Gang setzt. Besonders bei Problemen chronischer Art kann dieser Schmerz bei Behandlungsbeginn auftreten. Meist klingt er nach einigen Tagen ab, kann aber in einzelnen Fällen länger andauern.

Behandlungsdauer
Die Behandlung ist zu Beginn intensiver (in der Regel jeden dritten bis siebten Tag) und geschieht, nachdem die Heilung in Gang gekommen ist, in immer längeren Intervallen. Weitere fünf bis zehn Behandlungen mögen notwendig sein, je nach der Empfänglichkeit des Patienten und der Art und Dauer der Beschwerden. Chronische Krankheitszustände benötigen in der Regel oftmaligere Behandlungen als akute Beschwerden.
Sind irgendwelche Risiken vorhanden?
Niederleistungslaser, der von ausgebildetem Personal gehandhabt wird, ist völlig ungefährlich. Schutzbrillen werden in der Regel nicht benötigt. Behandlung mit Niederleistungslaser kann Krebs weder verursachen noch verschlechtern (siehe S. 14). Das Laserlicht kann auch Feten oder vitalen Körperorganen nicht schaden. Es ist aber wichtig, dass man bei Verletzungen oder Krankheiten zwecks Diagnose zuerst einen Arzt aufsucht, damit man genau weiss, was behandelt werden soll.

Kann man während der Behandlungszeit mit Laser Arzneimittel einnehmen?
Ja. Bisher haben Heilmittel in Kombination mit Laserbehandlung keinerlei negative Wirkungen gezeigt. Laser kann die Wirkungskraft gewisser Heilmittel sogar verstärken!

Worauf soll man nach erfolgter Behandlung achten?
Das Laserlicht kann manchmal eine fast sofortige, direkte Schmerzlinderung bewirken. Es ist zu bedenken, dass Schmerz, der von einem Schaden verursacht ist, oft dazu dient, Überbelastung zu verhindern. In solchen Fällen kann der schmerzlindernde Effekt von Laser dazu führen, dass man z.B. eine Sehne, einen Muskel oder ein Gelenk überbelastet, was eine Verschlechterung zur Folge hätte. Es ist deshalb wichtig, den beschädigten Bereich nicht eher zu belasten, als bis der Therapeut das Klarzeichen dazu gibt.

Wie hoch sind die Behandlungskosten?
Eine Behandlung kostet in der Regel zwischen 10 und 100 DM, je nach der Zeit, die sie in Anspruch nimmt. Die erste Behandlung kostet aufgrund der Aufnahme von Daten und Information sowie der Untersuchung oft mehr.







Kapitel 2.     (Für den Leser, der weitere Information wünscht.)



Die elektromagnetische Strahlung

Die Energie, die wir von der Sonne erhalten, wird elektromagnetische Strahlung genannt und tritt in der Form von Wellen auf. Beispiele von elektromagnetischer Strahlung mit langer Wellenlänge sind Radiowellen (Meter bis Kilometer) und Mikrowellen (Millimeter bis Dezimeter). Wärmestrahlung hat eine kürzere Wellenlänge. Diese wird oft als infrarote Strahlung bezeichnet und hat Wellenlängen, die zwischen 800 Nanometern (Verkürzung: nm) und 1 Millimeter liegen. Sichtbares Licht hat Wellenlängen zwischen 400 und 800 nm. Rotes Licht hat eine lange Wellenlänge (600-800 nm). Kürzere Wellenlängen haben orangefarbenes Licht (580-600 nm), gelbes Licht (540-580 nm) und grünes Licht (500-540 nm). Blaues Licht (430-500 nm) und violettes Licht (400-430 nm) haben noch kürzere Wellenlängen. Wenn das Licht eine längere Wellenlänge als rotes Licht hat, wird es, wie oben genannt, als infrarotes Licht (Verkürzung: IR) bezeichnet (was soviel wie "ausserhalb rot" bedeutet) und ist dann unsichtbar. Wenn die Wellenlänge kürzer als violettes Licht ist, wird es als ultraviolett (Verkürzung: UV) bezeichnet und ist ebenfalls unsichtbar.
Ultraviolette Strahlung mit einer Wellenlänge zwischen 320 und 400 nm wird als UVA-Strahlung bezeichnet und kann in grösseren Mengen zum frühzeitigen Altern der Haut beitragen. Die Sonne und auch Solarien geben diese Strahlung ab. Die UVB-Strahlung ist aggressiver und hat Wellenlängen im Intervall 290-320 nm. Diese Strahlung kann, besonders wenn man hohen Dosen ausgesetzt wird, Krebs verursachen, u.a. den gefährlichen Typ malignes Melanom. UVB-Strahlung ist in Sonnenstrahlung vorhanden, darf aber in Solarien in nur sehr kleinen Mengen vorkommen. UVC-Strahlung (kürzere Wellenlängen als 320 nm) ist im Sonnenlicht an der Bodenoberfläche nicht vorhanden, war aber Bestandteil der nun schon seit 30 Jahren verbotenen Quarzlampen.
Darüberhinaus gibt es elektromagnetische Strahlung mit noch kürzeren Wellenlängen, nämlich Röntgen- und Gammastrahlung. Diese sind noch gefährlicher und mit Einschränkungsmassnahmen belegt.

Allgemeines Strahlungsrisiko
Hier muss man unterscheiden zwischen den besonderen Verhältnissen, die für Augen gelten (siehe S. 13-14) und dem Risiko für Zellen und übrige Gewebe.
Inwiefern Strahlung oder Licht von einer Quelle -   der Sonne, einer Lampe, einem Laser usw. -   für unsere Zellen gefährlich sein kann, ist von zwei Dingen abhängig: teils von der Intensität der Strahlung, teils von der Wellenlänge der ausgesandten Strahlung. Allgemein gilt folgendes: je kürzer die Wellenlänge ist, desto gefährlicher ist die Strahlung. Wenn Strahlung kürzere Wellenlängen als 320 nm enthält, ist sie gefährlich (hier handelt es sich um eine Frage der Dosis), sonst nicht. Strahlung, die kürzere Wellenlängen als 320 nm enthält, wird "ionisierend" genannt und ist damit krebserregend (karzinogen). Achtung: Inwiefern die Strahlung von einer "natürlichen" oder einer künstlichen Quelle stammt, ist ohne jegliche Bedeutung. Entscheidend ist nur deren Wellenlänge und Intensität (Stärke), und auch, einer wie grossen Dosis man ausgesetzt wird (Dosis = Intensität (
Bestrahlungsdauer).
Therapielaser geben Licht mit langen und ungefährlichen Wellenlängen (über 600 nm) ab, und von Stärken, die keine Gewebeschäden verursachen können. Verschiedene Lichtquellen
Verschiedene Lichtquellen haben verschiedene Spektren (die Verteilung der Wellenlängen bei Licht). Die meisten haben ein sehr breites Spektrum, doch gibt es auch viele schmalbandige, z.B. Neonlicht und Natriumlampen (die gelben Strassenbeleuchtungen).  Ein Laser hat ein extrem schmales Spektrum und gibt also nur Licht mit einer einzigen Wellenlänge ab.
Eine Lichtquelle, die hier erwähnt werden soll, ist die Leuchtdiode. Eine Leuchtdiode ist eine kleine billige Halbleiterlampe, die oft als Anzeigelampe in Tonbandgeräten und Radioapparaten verwendet wird. Sie gibt einfarbiges, aber nicht kohärentes Licht ab (siehe S. 8). Die typischste Leuchtdiode gibt rotes Licht mit Wellenlängen um 660 nm ab, jedoch gibt es auch solche, die gelbes oder grünes Licht abgeben. In Fernbedienungen für Fernsehapparate werden Leuchtdioden mit einer Strahlung im infraroten Bereich (950 nm, unsichtbar) verwendet.

Der Laser
Der Laser ist die neueste und fortgeschrittenste unserer Lichtquellen. Der erste funktionierende Laser, ein Rubin-Laser, wurde vom Amerikaner Theodor Maiman auf einer Pressekonferenz in Los Angeles am 7. Juli 1960 vorgeführt.
Das Wort LASER ist ein Buchstabenwort (ein sog. Akronym) für die Bezeichnung Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation, was in Übersetzung lautet: "Lichtverstärkung durch stimulierte Aussendung von Strahlung". Falls man sich völlig korrekt ausdrücken will, ist ein Laser also ein Lichtverstärker. Ein Laser hat seinen Namen oft von einem der Stoffe erhalten, die Bestandteil des lichtverstärkenden Mediums sind.

Beispiele  medizinisch  verwendbarer Laser
Laser innerhalb der Medizin können grob in zwei Gruppen eingeteilt werden. In der nachstehenden Tabelle sind die gebräuchlichsten Laser innerhalb des medizinischen Bereichs sowie deren Wellenlängen angegeben. Wenn mehr als eine Wellenlänge angegeben ist, kann man bei der Herstellung die Wellenlänge wählen.

Starke Laser:  Wellenlänge Verwendung

Rubin  694 nm Entfernung gewisser Tatuierungen, Haare
Nd:YAG      1064 nm Koagulierung von Gewebe
Ho:YAG      2130 nm Chirurgie, Zahnwurzelsterilisierung
Er:YAG      3090 nm Chirurgie, Zahnbohrung, Beinbohrung
KTP 532        532 nm Oberflächliche Blutgefässe, Tatuierungen
Farbstofflaser  500-800 nm PDT, oberflächliche Gefässe, Nierensteine
Argon   514 nm Dermatologie, Augenchirurgie
CO2  10 600 nm Dermatologie, Gynäkologie, Chirurgie
Excimer 193, 248, 308 nm Sehfehlerkorrektur, Kranzgefässoperation

Niederleistungslaser  Behandlungsbereiche:
GaAs  904 nm Rücken, Nacken, Schultern, Knie
GaAlAs        820 nm Sehnen, offene Beine
GaAlInP         635 nm Haut und Schleimhäute
HeNe  633 nm Haut und Schleimhäute
CO2-Laser   10 600 nm Rücken, Nacken, Schultern, Knie


Laser können gepulst oder kontinuierlich sein. (Mehr über
Niederleistungslaser S. 10-11.)

Eigenschaften des Laserlichtes
Laserlicht hat vier charakteristische Eigenschaften. Von "gewöhnlichem" Licht unterscheidet sich Laserlicht vor allem durch: (1) seine sehr schmale Bandbreite und
(2) seine grosse Kohärenz (siehe unten).
Diese beiden Eigenschaften sind die typischsten für Laser und sind in
Laserlicht stets vorhanden. Sie sind es auch, die in der Lasertherapie am wichtigsten sind, die aber für Laser als chirurgisches Instrument keine Bedeutung haben. Die übrigen beiden Eigenschaften,
(3) parallele Strahlungsbündel und
(4) hohe Intensität
können in der Regel in einem Laser durch angemessene geometrische
Ausformung des Lasermediums und der Resonanzkavität leicht zustande
gebracht werden. Zu beachten ist aber: Laserlicht braucht weder parallel noch stark zu sein. In chirurgischen Instrumenten sind es jedoch vor allem diese beiden letztgenannten Eigenschaften, deren man sich bedient, und zugleich sind es eben diese beiden Eigenschaften, die das Laserlicht gefährlich für die Augen machen können (siehe Augenschädenrisiko, S. 13-14).
Kohärenz
Wenn eine matte Fläche mit sichtbarem Laserlicht beleuchtet wird, sieht man eine Art Körnigkeit im Licht. Diese Körnigkeit wird "Laserspeckler" genannt (siehe S. 21-22) und entsteht durch Interferenz zwischen verschiedenen Lichtstrahlen. Wenn das Licht kohärent ist, können nämlich die Lichtwellen auf dieselbe Art addiert werden wie wenn Wasserwellen aufeinandertreffen, oder wie wenn man in einem Badezimmer verschiedene Töne probiert und einen findet, der besonders laut klingt. Diese Extrastärke entsteht durch Interferenz: Töne, die von den Wänden reflektiert werden, werden addiert, wenn sie aufeinandertreffen und dadurch entsteht der Effekt, der Resonanz genannt wird. Mit Kohärenz ist Ordnung gemeint. Ordnung in diesem Fall bedeutet, dass die Lichtwellen in langen Wellenzügen zusammenhängen. Die Länge dieser Wellenzüge, die Kohärenzlänge, kann von Lichtquelle zu Lichtquelle variieren. Eine gewöhnliche Glühlampe hat eine sehr kurze Kohärenzlänge -   nur Tausendteile von Millimetern. Ein Laser kann eine sehr grosse Kohärenzlänge haben: von Zentimetern bis zu Metern. Bezüglich der Bedeutung der Kohärenz bei Lasertherapie siehe S. 21-22.


Einige Gesichtspunkte zu Laserinstrumenten
Die Resultate werden nicht besser als das Instrument, das Sie benutzen! Im technischen Bereich hat während der letzten fünf Jahre eine gro?e Entwicklung stattgefunden. Schweiflaser und Scanner-Laser wurden gänzlich aufgegeben (seit sechs Jahren werden solche nicht mehr erzeugt), und zwar grossenteils deshalb, weil man mit diesen eine schlechte Dosiskontrolle hatte und gro?en Verlust von Laserlicht durch Reflexion gegen die Haut erhielt.  Mit einer Handsonde, die mit der Haut in Kontakt gehalten wird, erhält man einen bedeutend grösseren Anteil von Licht und gelangt viel tiefer (siehe S. 11-12).
Desgleichen haben sich die Leistungseffekte beträchtlich erhöht. Die Instrumente sind kleiner und billiger geworden und haben eine bessere Ausformung  erhalten. Neue Lasertypen sind hinzugekommen, die eine effektivere Behandlung ermöglichen. Ausserdem besitzen wir heute ein viel grösseres Wissen über die Behandlungsmöglichkeiten und -methoden, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen.
Es gibt Behandlungsinstrumente mit nur Leuchtdioden als Lichtquelle, oft in einer Preislage von 5.000 bis 10.000 DM. In Vergleichen, die zwischen Licht von Lasern und Licht von Leuchtdioden, mit im übrigen gleichen Parametern, gemacht wurden, hat Laser immer den besseren Effekt ergeben (siehe S. 21). Beispiele von Leuchtdiodeninstrumenten sind Biolight und Pretor.
Viele, die früher Laserbehandlung versucht haben, wurden enttäuscht, ganz einfach weil das Instrument, vielleicht in Kombination mit der Wahl der Dosis und anderen Parametern, nicht so gut war. Aber genauso wie die Arzneimittel ständig weiterentwickelt werden, ist dies auch bei Laserinstrumenten der Fall.


Biostimulierung

Die medizinischen Wirkungen von Laserlicht, wie Endre Mester und viele nach ihm beobachtet haben, werden oft als biostimulierende Effekte bezeichnet. Selbstverständlich müssen die Behandlungsparameter passend gewählt sein und passende Typen von Problemen oder Krankheiten behandelt werden. Die hierbei verwendeten Lasertypen werden oft Niederleistungslaser genannt, da das von ihnen abgegebene Licht in der Regel ungefährlich ist. Die häufig gebrauchte internationale Bezeichnung für diese Behandlungsmethode ist LLLT (Low Level Laser Therapy). Um eine gute Wirkung zu erzielen, sind drei Dinge vonnöten: gutes Wissen von seiten des Therapeuten, ein gutes Laserinstrument der richtigen Laserwellenlänge sowie eine korrekte Diagnose. Leider gibt es häufig Therapeuten, denen es  nicht nur an medizinischen Kenntnissen mangelt, sondern die oft nicht einmal wissen, welchen Lasertyp sie besitzen, was mit Wellenlänge oder Leistungseffekt gemeint ist oder was eine Behandlungsdosis ausmacht.


Verschiedene Parameter

Bei Behandlung mit einem Niederleistungslaser gilt es, die Behandlungsparameter einigermassen richtig zu wählen. Beispiele solcher Parameter sind: Laserwellenlänge, Dosisgrösse, Häufigkeit der Behandlung, Leistungsdichte, Pulsfrequenz und Behandlungsmethode. Diese Begriffe werden im folgenden erklärt.
1. Lasertyp und Wellenlänge
Die bei Lasertherapie vor allem in Frage kommenden Laser sind:
Indium-Laser (rotes Licht). Diese Bezeichnung deckt zwei verschiedene
Laser: teils den Helium-Neon-Laser, verkürzt HeNe, teils den
Gallium-Aluminium-Indium-Phosphid-Laser, verkürzt GaAlInP. Beide geben rotes sichtbares Licht im Wellenlängenintervall 633-635 nm ab und sind am wirksamsten bei Problemen der Haut und Schleimhäute, u.a. Herpes und Gürtelrose, bei Gesichtslähmung, Entzündung des Trigeminusnervs, offenen Beinen, varikösen Beingeschwüren, Wundliegen, bei empfindlichen Zahnhälsen, Hand- und Fusswarzen (besonders bei Kindern).
Aluminium-Laser (unsichtbar). Dessen vollständige Bezeichnung ist Gallium-Aluminium-Arsenid, verkürzt GaA1As. Die Wellenlänge liegt zwischen 820 und 830 nm. Dieser Laser arbeitet meist kontinuierlich, kann aber gepulst werden und hat eine Eindringungstiefe von 2-3 cm. Er eignet sich am besten für Sehnen, ist aber auch günstig bei Beingeschwüren, offenen Beinen, Herpes, Gürtelrose und im Dentalbereich.
Gallium-Laser (unsichtbar).  Die vollständige Bezeichnung ist Gallium-Arsenid-Laser, verkürzt GaAs. Dieser Laser gibt infrarote Strahlung der Wellenlänge 904 nm ab. Er arbeitet immer gepulst mit extrem kurzen Pulsen (supergepulst 100-200 ns) von hoher Intensität (10-50 W Spitzenleistung), ungefähr wie eine Blitzlampe. Die Tiefenwirkung wird dadurch bedeutend grösser als bei einem Laser mit derselben Wellenlänge, der nicht supergepulst ist. Messungen zeigen, dass die Eindringungstiefe 3-5 cm erreicht, je nach Anwendungstechnik und Gewebstyp. Dieser Laser ist am besten geeignet für tiefliegende Probleme in Rücken, Nacken, Schultern und Knien, bei Sehnenentzündungen, Arthrosen und myofasziellen Schmerzen.

Kohlendioxyd-Laser (unsichtbar). Der Kohlendioxyd-Laser wird mit CO2-Laser verkürzt. Diese Laser waren früher sehr gross. Heute gibt es kleine, tragbare Instrumente, sogar mit Batterieantrieb, die bis zu 15 Watt ergeben. Bei Behandlung mit einem CO2-Laser fühlt man -   im Gegensatz zu den anderen Lasertypen -   eine deutliche, in gewissen Fällen ziemlich starke, Wärme. Aufgrund der grossen Wellenlänge -   10 600 nm -   ist die Eindringungstiefe nicht grösser als ca. 0,5 mm (der Gewebstyp spielt keine Rolle). Trotzdem hat man Behandlungseffekte bis zu mehreren Zentimetern Tiefe beobachten können. Dies ist schwer zu erklären, man glaubt aber, dass der Grund dafür die Bildung von Transmittersubstanzen in denjenigen Zellen ist, wo die Absorption geschieht, und dass sich diese Substanzen dann bis in tieferliegendes Gewebe verbreiten und dort ihre Wirkung ausüben. Bei Biostimulierung kann der CO2-Laser sowohl bei äusserlichen als auch bei tiefliegenden Problemen verwendet werden. (Siehe unter Falten, S. 18.)
2. Behandlungsdosis
Die Dosis ist ein wichtiger Parameter. Die Dosis wird in Joule gemessen und bedeutet, dass eine gewisse Menge Energie pro cm? (J/cm?) zugeführt wird:
Dosis = Behandlungszeit x Laserstärke pro cm2.

Verschiedene Laserwellenlängen erfordern verschiedene Dosen. Auch die verschieden gearteten Beschwerden und Krankheitszustände erfordern unterschiedliche Dosen. Empfohlene Dosen sind wie folgt:
Indium-Laser:  durch übergelagerte Haut:               0,1 - 1 J/cm2
   auf Schleimhäuten und offenen Wunden:         0,01 - 0,2 J/cm2

Aluminium-Laser: durch übergelagerte Haut:               0,1 - 1 J/cm2
auf Schleimhäuten und offenen Wunden:               0,01 - 0,2 J/cm2

Gallium-Laser:  durch übergelagerte Haut:                     0,01 - 0,1
J/cm2

Kohlendioxyd-Laser: Behandlungsart: auf der Haut aufliegend:            1
- 10 J/cm2
   Behandlung über offenen Wunden:             0,1 - 5 J/cm2

Bei Dosen, die die höchsten obengenannten Werte beträchtlich (5-10 Mal) übersteigen, erhält man eine schwächere biologische Wirkung (z.B. bei Wundheilung und Entzündungen). Bei noch höheren Dosen erreicht man den biosuppressiven Bereich und kann in diesem Fall hemmende Effekte verursachen. Dass der Dosisbedarf bei Behandlung von Schleimhäuten geringer ist, beruht darauf, dass in Schleimhäuten aufgrund von Absorption und Verbreitung geringere Verluste entstehen als im Hornlager der Haut bei Behandlung von Haut oder durch Haut hindurch.
3. Leistungseffekt
Die Stärke -   oder korrekter bezeichnet: der Leistungseffekt -    eines
Lasers hat vor allem Bedeutung für die Länge der Behandlungsdauer. Eine gewisse bestimmte Dosis wird schneller mit einem starken Laser als mit einem schwachen erreicht. Der Leistungseffekt ist für ein gutes Resultat nicht ausschlaggebend, doch erzielt man mit einem starken Laser mitunter auch eine grössere Effektdichte (siehe unten), was bisweilen günstig ist.
4. Effektdichte
Mit Effektdichte ist der Lichteffekt pro Flächeneinheit gemeint; dieser wird in W/cm? gemessen. Hier unterscheiden sich verschiedene Laser voneinander; verschiedene Erzeuger bieten unterschiedliche Effektdichte an. Eine hohe Effektdichte bedeutet hohe Lichtkonzentration. Eine solche erhält man z.B. im Fokus eines Brennglases. Die Biostimulierung baut auf Zellbeeinflussung. Zu niedrige bzw. zu hohe Effektdichte ergeben einen geringeren biologischen Effekt.
5. Pulsfrequenz
Dies gilt nur gepulsten Lasern. Bei einem Gallium-Laser (immer gepulst) muss die gewünschte Pulsfrequenz eingestellt werden. Es ist bekannt, dass niedrige Frequenzen (10-100 Hz) eine grössere Wirkung auf Schmerz ausüben und dass hohe Frequenzen (2500-5000 Hz) den grössten Effekt auf entzündliche Zustände haben, während mittelhohe Frequenzen (500-1000 Hz) sich am besten für Ödeme und Schwellungen sowie z.B. für Knochenneubildung zu eignen scheinen. Es ist zu beachten, dass ein Teil Laserinstrumente nur eine oder zwei Behandlungsfrequenzen haben, während andere das gesamte Frequenzintervall erbieten!
6. Eindringungsdichte, Wirkungstiefe
Es gibt keine exakte Grenze für das Eindringen von Licht. Laserlicht verbreitet sich in alle Richtungen und wird allmählich im Gewebe absorbiert. Die Lichtstärke wird schwächer, je weiter man sich vom Treffpunkt an der Oberfläche entfernt. Es gibt allerdings eine Grenze, wo die Lichtintensität so gering wird, dass das Licht keine biologische Wirkung mehr hervorruft. Diese Grenze wird als Wirkungstiefe bezeichnet.
Die Wirkungstiefe ist von mehreren verschiedenen Faktoren abhängig: Wellenlänge des Lichtes, Gewebstyp (Haut und Fettgewebe sind transparenter als das blutreiche Muskelgewebe), Pigmentierung und Schmutz. Laserlicht dringt auch durch Knochen (ungefähr wie durch Muskelgewebe). (Siehe Referenz [35]. Im folgenden wird auf die entsprechenden Referenznummern im Literaturverzeichnis in eckigen Klammern verwiesen.)
Ein wichtiger Faktor ist das Verdrängen von Blut im Gewebe. Wenn man mit einer Lasersonde leicht gegen die Haut drückt, zieht sich das Blut auf die Seiten. Das Gewebe direkt vor der Sonde und noch ein Stück tiefer wird ziemlich blutleer, und da das Hämoglobin im Blut derjenige Faktor ist, der für die grösste Absorption sorgt, steigert sich das Eindringen des Lichtes markant.
Andere Faktoren von Bedeutung sind der Leistungseffekt des Lasers - ob er supergepulst ist oder nicht -  , die technische Gestaltung des Instruments sowie die Behandlungstechnik (Behandlung mittels Hautkontakt oder auf Abstand).
7. Behandlungsmethodik
Man unterscheidet zwischen Lokalbehandlung und Systembehandlung. Am gebräuchlichsten ist Lokalbehandlung, d.h. die direkte Behandlung des Problembereichs.
Systembehandlung bedeutet, dass man Stellen behandelt, die entfernt vom eigentlichen Problembereich liegen. Ein Beispiel von Systembehandlung ist die Behandlung von sogenannten Trigger points (Reizpunkte, deren Berührung Schmerzen auslösen und die sich an anderen Körperstellen als der eigentliche Schaden befinden). Ein weiteres Beispiel ist Laserakupunktur, wobei man anstelle des Einstechens von Nadeln einen oder mehrere Akupunkturpunkte mit Laserlicht beleuchtet.
8. Laserakupunktur
Akupunktur mittels Laser ist ein interessanter Bereich. Für einen Benutzer mit Akupunkturausbildung öffnet sich hier ein grosses Betätigungsfeld. Die Methode ist steril und schmerzfrei und wird daher von den Patienten gerne akzeptiert. Sowohl Laserakupunktur als auch konventionelle Nadelakupunktur beeinflussen die Akupunkturpunkte, ergeben aber laut erfahrenen Therapeuten nicht die exakt gleiche Wirkung. Sie werden als einander komplettierend betrachtet. Eine interessante Variante von Laserakupunktur, die eine länger andauernde Wirkung ergeben dürfte, erhält man, wenn man Akupunkturpunkte oberflächlich mit einem CO2-Laser brennt.
Ein Beispiel von Laserakupunktur ist die Behandlung von Bronchialasthma mit Niederleistungslaser. Ein Doppelblindversuch, der zeigt, dass Asthma durch Laserakupunktur mit Gallium-Laser (10 mW, 50 Pulse/Sekunde) erfolgreich behandelt werden kann, wurde von Dr. Ines Vinge am Karolinischen Krankenhaus in Stockholm durchgeführt.
9. Behandlungsintervalle
Professor Endre Meister hat schon früh gezeigt, dass angemessene Zeitintervalle zwischen den Behandlungen wirksamer sind als allzu dicht aufeinanderfolgende Behandlungen. Nachdem auch gezeigt wurde, dass der Effekt von Laserbehandlung kumulativ ist (d.h., die Dosis einer Behandlung summiert sich zur Dosis der nächsten), ist es wichtig, dass die Behandlungen nicht zu dicht aufeinanderfolgend ausgeführt werden. Gewöhnlich wählt man, während zwei Wochen je einige Tage, mit 2-4 Zwischentagen, und danach in grösseren Zwischenräumen zu behandeln. Akute Probleme benötigen im allgemeinen weniger Behandlungen und in diesen Fällen kann man in rascherer Aufeinanderfolge behandeln. Herpes und akute Gürtelrose werden meist täglich während einiger Tage behandelt. Chronische Beschwerden werden in der Regel am besten mit längeren Intervallen behandelt.

Risiken und Nebenwirkungen

Bestehen irgendwelche Risiken mit LLLT (Low Level Laser Therapy)? Zuerst soll festgestellt werden, dass die "Strahlung", mit der wir arbeiten, entweder sichtbares Licht oder Wärmestrahlung (infrarote Strahlung) und nichts anderes ist. Dass das Licht eine hohe Reinheit besitzt, bedeutet kein Risiko in sich selbst -   ebensowenig wie dass ein reiner Flötenton gefährlicher wäre als z.B. Lärm derselben Lautstärke. Das einzige eigentliche Risiko mit Niederleistungslasertherapie besteht in einer gewissen Gefahr für Augenschäden.

Augenschädenrisiko
Indem Laser mit kräftigen Lichtstärken und schmalen parallelen Strahlen hergestellt werden konnten, hat man schon seit langem besondere Vorschriften bezüglich deren Anwendung eingeführt. Alle Laser wurden deshalb geprüft und einer Laserklasse zugeteilt: 1, 2, 3A, 3B oder 4, wobei Klasse 4 die hochgradigsten Typen enthält. Laser mit sichtbarem Licht sind weniger gefährlich als diejenigen mit unsichtbaren Licht, da der Zwinkerreflex schützt, falls das Licht als stark empfunden wird. Früher durften  nur Ärzte, Zahnärzte und Heilgymnasten Patienten mit Laser der Laserklasse 3B (stärkere Therapielaser) behandeln. Nachdem aber keine Fälle von Augenschäden durch  Therapielaser gemeldet wurden, wurde diese Bestimmung 1993 in Schweden aufgehoben. Heute steht es deshalb frei, Instrumente der Laserklasse 3B zu verwenden.
Frage: Reicht es, die Augen zu schliessen, wenn man mit Laser im Gesicht behandelt wird oder muss man Schutzbrillen tragen?
Antwort: Ja, es genügt, die Augen zu schliessen, auch wenn der Laser stark ist. Man kann sogar ein Gerstenkorn am Augenlid ohne Risiko behandeln. Die Ursache dazu ist, dass die Augenlider das Licht divergieren, so dass keine Fokussierung geschieht. Das Licht verbreitet sich über die ganze Netzhaut.

Zur Vermeidung eventueller Probleme: der Patient soll Schutzbrillen stets anwenden -   viele Menschen stellen sich unter Laser etwas Gefährliches vor. Lassen Sie niemals einen Patienten starr in eine Lasersonde blicken, die gegen die Augen gerichtet ist. Sollte dies allerdings aus Versehen während eines Augenblicks passieren, zieht es in der Regel glücklicherweise keine ernsten Konsequenzen nach sich. Es ist zu beachten, dass Schutzbrillen, die auf eine gewisse Laserwellenlänge abgestimmt sind, für eine andere Wellenlänge völlig wertlos sein können.
Warnung:  Gewöhnliche Sonnenbrillen gewähren keinerlei Schutz, sondern können statt dessen das Risiko für Augenschäden erhöhen. Krebs Viele Menschen wissen nicht viel über Laser und glauben manchmal, dass ein Laser eine Art mystischer "Strahlung" abgibt. Und Strahlung kann doch gefährlich sein -   ja, kann sie nicht sogar Krebs verursachen? Kann das Licht von Therapielasern Krebs verursachen? Nein, keinesfalls. (Siehe auch den Abschnitt "Gegenzeigen", S. 19-20.) Bei Licht mit Wellenlängen über 600 nm bei solchen Dosen, die in der Lasertherapie verwendet werden, konnten keine mutagenen Effekte festgestellt werden. Was geschieht aber, wenn man jemand behandelt, der unwissentlich bereits Krebs hat? Kann Tumorzuwachs von Laserlicht stimuliert werden? Nein. Untersuchungen bezüglich der Effekte von Laserlicht auf Krebszellenzüchtungen haben gezeigt, dass gewisse Dosen von Laserlicht den Zuwachs von Krebszellen stimulieren können. Wenn Krebs in einem lebenden Wesen (in vivo) wächst, gelten allerdings andere Verhältnisse, als wenn man eine Zellkultur (in vitro) bestrahlt. Bei Versuchen an Ratten, wobei man Tumoren verschiedener Grössen transplantierte, wurde beobachtet, dass kleine Tumoren, die mit Laser behandelt wurden, kleiner wurden und sogar verschwanden, was darauf beruht, dass der Laser die lokale Immunabwehr in stärkerem Ausmass als den Tumor stimuliert. Die Laserbehandlung hatte keinen Effekt auf Tumoren, die eine gewisse Grösse überschritten. Dasselbe gilt für Bakterienkulturen. Diese können von Laserlicht in geeigneten Dosen stimuliert werden, während eine bakterielle Infektion nach richtig ausgeführter Laserbehandlung schneller heilt.
Es ist wichtig, dass vor Beginn der Laserbehandlung eine Diagnose vorliegt. Ein nicht diagnostizierter Schmerz kann auf Krebs beruhen.

Reaktionen auf die Behandlung

Scheingesundheit.   Es kann vorkommen, dass ein Schmerz fast unmittelbar nach einer Laserbehandlung verschwindet. In einem solchen Fall ist es wichtig, dass die beschädigte Stelle (z.B. eine entzündete Sehne), die den Schmerz verursacht hat, nicht überbelastet wird. Es ist sehr wichtig, dass der Patient darüber informiert wird, dass solche Zustände von "Scheingesundheit" auftreten können und dass der Patient die volle Verantwortung dafür trägt, dass keine Überbelastung geschieht. Auch wenn der Schmerz verschwindet und die Laserbehandlung den Heilprozess verkürzt, muss dem Gewebe eine angemessene Zeit zur Heilung und Wiederherstellung gewährt werden.
Müdigkeit.
Ein "Risiko" mit Laserbehandlung ist, dass der Patient während oder nach einer Behandlung grosse Müdigkeit verspürt. Dies kann z.B. darauf beruhen, dass ein Schmerz nachlässt oder dass gewisse Substanzen -   Typ Endorphin -   in Aktion treten.

Schmerzreaktion.
Es kommt ziemlich oft vor, dass ein Patient am Tag nach der Behandlung Schmerz verspürt, was besonders bei chronischen Beschwerden der Fall ist. Dies beruht darauf, dass ein Schaden in ein "Akutstadium" tritt, wenn die Heilung beginnt. Dasselbe kommt manchmal auch bei anderen Behandlungsformen vor, z.B. bei TENS (Transkutane elektrische Nervenstimulation, d.h. Akupunkturanalgesie) oder bei  Akupunktur. Die Ursache ist in der Regel nicht Überdosierung. Patienten müssen über diese mögliche Schmerzreaktion stets informiert werden, und auch darüber, dass diese nicht nur von vorübergehender Art, sondern auch als eine positive Antwort auf die Behandlung zu werten ist. Anderenfalls kann der Patient leicht zur Auffassung gelangen, dass "Laserschäden" aufgetreten sind.
Was kann mit Laser behandelt werden?

Laserbehandlung mag wie eine Art Universalmittel gegen alle möglichen Beschwerden, und mit einer sehr umfangreichen Anzahl Heilanzeigen, erscheinen. Wenn man aber weiss, dass Laser sowohl (a) die lokale Immunabwehr als auch (b) den Blutkreislauf beeinflusst, dass (c) die Behandlung entzündungshemmend ist, und dass man (d) Schmerzzustände beeinflussen kann, erscheint diese Vielfalt nicht so überaus merkwürdig.
Falls ein Patient nicht auf die Behandlung reagieren sollte, ist zu bedenken, dass das Ausmass des Behandlungserfolges auf einer Reihe von bedeutungsvollen Parametern beruht. Ein ausgebliebener Effekt kann seine Ursache in einem ungeeigneten Lasertyp, in zu niedriger oder zu hoher Dosis, falscher Diagnose, zu wenig Behandlungen, Pulsfrequenz, Effektdichte usw. haben. Verschiedene Personen sind ausserdem verschieden empfindlich für die Dosis und besitzen verschiedene Empfänglichkeit für Laserbehandlung: manche können den Laser "bis in die Zehenspitzen" fühlen, andere scheinen gänzlich unbeeinflussbar zu sein. Je erfahrener der Therapeut ist, desto grösseren Erfolg wird er erzielen, u.a. aufgrund der Anpassung der Wahl des Lasertyps und der Dosisgrösse an den Typ des Schadens und der Person. Es soll einem auch klar sein, dass Laser nur ein Werkzeug unter vielen ist.

Indikationen von A bis Z

Die unten angeführten Indikationen machen keine vollständige Liste aus, sondern sind als Beispiele für Beschwerden, bei denen Laserbehandlung wertvoll sein kann, zu betrachten.

Akne.  Akne wird am besten mit Indium- oder Aluminium-Laser behandelt. Geeignete Dosis: 0,5 J pro Punkt. Die Behandlung ist zwar eine Symptomtherapie, doch kann das Resultat trotzdem gut ausfallen.
Aphthen.  Aphthen werden am besten mit Indium- oder Aluminium-Laser behandelt. Die Dosis wird vom subjektiven schmerzstillenden Effekt bestimmt. Wenn der Patient eine klare Verbesserung fühlt, ist man der "richtigen" Dosis nahegekommen. Oft sind mehrere Behandlungen nötig, um den Patienten frei von Beschwerden zu halten, bis die Afte verschwunden ist.
Bakterien und Viren.  Welchen Effekt hat Laserlicht auf Bakterien und Viren? Tatsache ist, dass Laserlicht sowohl gezüchtete Bakterien als auch gezüchtete Viren stimulieren kann. Dass man dagegen bei Behandlung von Infektionen die Situation nicht verschlechtert, sondern statt dessen die Heilung beschleunigt, beruht darauf, dass die Stimulierung der Immunabwehr grösser ist als die der Mikroorganismen. Laserbehandlung muss manchmal mit Antibiotikatherapie kombiniert werden.
Frakturen.  Behandlung mit Gallium-Laser (700 Hz) lokal über der Frakturstelle, jeden dritten Tag während 1-2 Wochen.
Gürtelrose (Herpes zoster).  Die norwegischen und dänischen Wörter für Gürtelrose, "Höllenfeuer", sind treffende Bezeichnungen. Gürtelrose kann überall auftreten, nicht nur am Rumpf. Sogar der Trigeminusnerv kan angegriffen werden. Indium- oder Aluminium-Laser haben den besten Effekt auf den eigentlichen Zosterangriff, jedoch kann eine Wirkung auch auf den postherpetischen Schmerz erzielt werden, wobei Gallium- oder Aluminium-Laser die beste Wirkung ergeben. Es ist wichtig, dass die Behandlung so bald wie möglich eingesetzt wird, um die grösstmögliche Wirkung zu erreichen. Eine Serie von Behandlungen verkürzt das Leiden des Patienten erheblich. [51-58]

Herpes simplex.  Herpes eignet sich sehr gut für die Behandlung mit Niederleistungslaser. Das Behandlungsresultat hängt davon ab, in welches Stadium im Viruszyklus man eingreifen kann. Je später in der Angriffsphase die Behandlung einsetzt, desto schlechter ist die Wirkung. Geeignete Dosis: 0,5-3 J pro Blase mit Indium- oder Aluminium-Laser.
Karpaltunnelsyndrom, das ein sehr häufiges Symptom bei Personen mit einförmigen Arbeitsaufgaben -   z.B. Arbeiter in Autofabriken -    ist, kann erfolgreich mit Gallium-Laser behandelt werden. (Siehe auch unter "Sportschäden".) Knochenregeneration.  Die Regeneration von Knochengewebe ist in Zusammenhang mit verschiedenen odontologischen Eingriffen von vitalem Interesse. Behandlung mit Gallium-Laser erbietet hier eine wertvolle Ergänzung.
Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Die Behandlung geschieht dem Nasenflügel entlang bis zum Knorpel (2 J/cm?). Die gleiche Dosis wird intraoral an einigen Stellen über dem Sinusboden verabreicht. Die Sinusöffnung in der Nase kann ebenfalls mit Vorteil beleuchtet werden. Diese Behandlung gibt einen abschwellenden Effekt und erleichtert das Atmen. Akute Nebenhöhlenentzündungen reagieren rascher auf Behandlung als chronische. Akupunkturpunkte können mit Vorteil verwendet werden. Alle drei Lasertypen können zur Anwendung gelangen.
Nervenschäden.  Geschädigte Nerven heilen langsam. Zweifellos eignet sich in diesen Fällen der Indium-Laser am besten. Ein Zeichen für die Wirksamkeit des Lasers ist, wenn der Patient ein unspezifisches Unruhegefühl im Behandlungsbereich verspürt.
Offene Beine - Wundheilung.  Offene Beine und Wundliegen sind geeignete Indikationen für Indium- oder Aluminium-Laser. Ausser einer verbesserten Wundheilung erreicht man in der Regel auch eine wesentliche Schmerzlinderung. Laser ist stets eine ergänzende Methode; Wundreinigung und Verbandserneuerung sind wie üblich vorzunehmen. Man beginnt damit, die Wundperipherie durch Kontakt der Sonde mit der Haut zu behandeln, wobei man 1 J/cm? verabreicht. Die Behandlung erfolgt jeden zweiten Tag, wobei der Heilungsverlauf auszuwerten ist. Falls keine Verbesserung eintritt, wird die Dosis um 50% erhöht.
Rheumatismus.  Laserbehandlung kann Rheumatismus natürlich genausowenig wie Medizin heilen, aber die Symptome oft mildern. Ausser Schmerzlinderung können auch grössere Beweglichkeit und verminderte Schwellung erreicht werden. Chronische Fälle reagieren oft mit einer anfänglichen Zunahme des Schmerzes, weshalb man am besten mit einer niedrigen Dosis beginnt. Die eventuelle Schmerzreaktion muss dem Patienten erklärt werden. Deren eventuelles Auftauchen ist kein Argument für den Abbruch der Behandlung.
Schmerz.  Laserbehandlung kann Schmerzzustände verschiedener Art beeinflussen. Das Positive mit der Laserbehandlung ist, dass sich die Schmerzlinderung in vielen Fällen oft schon während der Behandlung einstellen kann. So hört z.B. ein Zahnhals auf zu ziehen, ein offenes Bein wird schmerzfrei, eine Herpesblase gibt keine Beschwerden mehr, eine Kieferklemme kann geöffnet werden. Oft sind allerdings recht hohe Dosen erforderlich, um einen unmittelbaren Effekt auf akuten Schmerz zu bewirken. So kann z.B. eine Alveolitis zum Zweck der Schmerzlinderung bis zu 10 J mit Gallium-Laser beanspruchen. Bei weniger ausgeprägtem Schmerz, z.B. bei einer Herpesblase, einer Dekubituswunde oder einem Zahnhals, können 1-3 J erforderlich sein, um Schmerzlosigkeit zu erreichen. Es gibt Anlass zur Vermutung, dass die hohen Dosen, die zur Linderung starken Schmerzes verabreicht werden,  gleichzeitig eine Überdosierung im biostimulierenden Bereich bedeuten, was eine langsamere Heilung zur Folge hat. Hier ist jedoch die Wahl einfach: der Schmerz hat Vorrang. [1-6]
Schwellungen, Ödeme, Ergüsse.  Laserbehandlung hat einen antiödematischen Effekt, der auf einer Erweiterung der Lymphgefässe und einer verminderten Durchlässigkeit der Blutgefässe beruht. Wenn das Ödem bereits ein Faktum ist, sind hohe Dosen erforderlich; 10-15 J/cm? sind nicht ungewöhnlich. Laserbehandlung hat überdies einen regenerativen Effekt auf sowohl Lymph- als auch Blutgefässe.
Sehnenentzündung (Tendinitis).  Tendinitis und Tendalgie eignen sich oft gut für Laserbehandlung. Diese Zustände sind manchmal schwierig zu diagnostizieren. Akute Sehnenentzündungen sind bedeutend leichter zu behandeln als chronische. Aluminium- und Gallium-Laser erzielen die beste Wirkung.
Sport- und Belastungsschäden.  Eine Daumenregel ist, dass ein gewöhnlicher Sportschaden in gut der halben Normalzeit heilt, wenn die Heilung mit Laser stimuliert wird. Ein zu beachtendes Problem ist, dass die subjektiven Beschwerden, die von der geschädigten Stelle herrühren, ziemlich rasch verschwinden und dass der Sportler dann gerne das Training wiederaufnehmen möchte. Es ist wichtig, dass der geschädigte Bereich ruht und dass das Training erst nach und nach in Gang kommt. Typische Berufsschäden sind der Tennisellenbogen und Schmerzen in den Schultern und im Nacken. Behandlung geschieht lokal mit Gallium-Laser. Ein Tennis- oder Golfellenbogen kann oft "falsch" sein -   es kann sich
um Einklemmung eines Nervs (Karpaltunnelsyndrom) handeln. In diesem Fall hilft es nicht, nur auf dem und rund um den Epikondylus zu behandeln. Die Behandlung ist deshalb auch im Bereich des fünften und sechsten Nackenwirbels mit Gallium-Laser auszuführen. Dosisvorschlag:  2-3 J bei 700 Hz. Bei Behandlung von Sehnenentzündungen, z.B. Achillotendinitis, wählt man gerne einen Aluminium-Laser in Kombination mit Gallium-Laser. Arthrosen werden mit Gallium-Laser (5.000 Hz) behandelt. In diesen Fällen ist eine Schmerzreaktion nach der Behandlung sehr häufig.
Trigeminusneuralgie.  Gegen diesen Schmerzzustand gibt es keine gänzlich effektiven Behandlungsmethoden. Laserbehandlung ist also keine Erfolgsgarantie. Da aber die Methode schmerzfrei und ohne Nebenwirkungen ist, sollte sie an erster Stelle versucht werden. Indium-Laser ist die vorrangige Wahl. Sollte dies nicht helfen, versucht man mit Aluminium- oder Gallium-Laser.
Behandelt wird der Reizpunkt, und 0,5 J per Punkt ist eine geeignete Anfangsdosis. Schmerzpunkten kann 1 J verabreicht werden. Danach wird der Verlauf des Hauptnervs behandelt. Eine Schmerzreaktion ist nichts Ungewöhnliches. Die Behandlung geschieht vorerst zweimal pro Woche, danach mit immer längeren Zeitintervallen zwischen den Behandlungen. Die Behandlung soll nicht abgebrochen werden, falls und wann Schmerzfreiheit erreicht wird, sondern soll fortgesetzt werden, jedoch in immer längeren Intervallen. [7, 8]

Zahnfleischentzündung (Gingivitis).  Laserbehandlung wird als eine Ergänzung zu konventioneller Behandlung gegeben und beschleunigt in diesem Fall die Heilung. Der postoperative Schmerz wird reduziert.
Zahnhälse, empfindliche.  Ziehen in den Zahnhälsen reagiert oft günstig auf Laserbehandlung. Dies ist ein glücklicher Umstand, da sehr viele Personen an diesen Beschwerden leiden. Behandlung wird lokal am Zahnhals mit Indium-Laser ausgeführt, bis der Patient eine deutliche Verbesserung spürt. [59, 60]


Kontroversielle Indikationen

Falten ... sind das Lieblingsthema der Kritiker. Wissenschaftliche Untersuchungen, die beweisen, dass Niederleistungslasertherapie Falten glätten kann, gibt es wohl nicht. Eine Reihe von interessanten Beispielen zeigt aber, dass Laserbehandlung Effekt auf Falten hat. Dagegen hat Kohlendioxyd-Laser eine verblüffend gute Wirkung auf sowohl faltige Haut als auch auf Aknenarben. Die Behandlung geschieht folgendermassen: Mit einem Scanner-Zusatz verbrennt man oberflächlich und verdunstet ca. 0,1 mm der Oberhaut. Man erhält dabei eine ca. 0,5 mm tiefe Brandwunde, über der sich eine Kruste bildet. Wenn die Kruste abgefallen ist, ist die Haut während 3-6 Monaten gerötet. Während dieser Zeit bildet sich eine neue Kollagenschicht ein Stück tiefer in der Haut. Gleichzeitig streckt sich die Haut etwas und wird dadurch gleichmässiger und weniger faltig. Eine mikroskopische Untersuchung der neugebildeten Haut zeigt eine Verjüngung. Dies ist ein Effekt von Biostimulierung.
Frühjahrsdepressionen. Eine Werbekampagne in der Stockholmer U-Bahn vor einigen Jahren bezüglich dieser Krankheit gab Anlass zu Diskussionen in der Presse. Bei Gericht musste der Inserent einen Rückzieher machen, da es nicht wissenschaftlich erwiesen ist, dass Laserbehandlung eine derartige Wirkung erzielt. Indessen ist zu bemerken, dass es sich gezeigt hat, dass genügend grosse Dosen von weissem Licht (Leuchtröhrenlicht) Winter- und Frühjahrsdepressionen beeinflussen können [9]. Es gibt also vielleicht eine gewisse Berechtigung für die Behauptung des Inserenten.
Haarausfall.  In einem der ersten Versuche Endre Meisters an Ratten beobachtete man, dass der Pelz auf rasierten Körperstellen, die mit Rubin-Laser und HeNe-Laser behandelt worden waren, rascher zurückwuchs. Der finnische Forscher Pekka Pöntinen hat gezeigt, dass Laserlicht in geeigneten Dosen den Blutkreislauf im Haarboden erheblich steigern kann. Auch andere Studien zeigen, dass es möglich ist, eine Wirkung auf den Haarwuchs beim Menschen zu erzielen. Allerdings sind oft ziemlich viele Behandlungen erforderlich. Ein gelungenes Resultat kann nicht garantiert werden. [10]
Zellulitis.  Dokumentierte Resultate von Niederleistungslaser bei dieser Indikation wurden nicht veröffentlicht, doch kann Gallium-Laser manchmal erstaunliche Wirkungen erzielen.

Tierärztliche Anwendung

Es gibt eine grosse Anzahl von Untersuchungen, bei denen die Effekte von Laserlicht bei Tieren untersucht wurden. Sowohl Gallium- als auch Aluminium-Laser haben eine gute Wirkung bei Pferden wie auch Hunden, vorausgesetzt, dass die entsprechenden Lasersonden so geformt sind, dass das Licht durch den Pelz geleitet werden und in Kontakt mit der Haut gelangen kann. Ein Laser, der für den menschlichen Gebrauch bestimmt ist, eignet sich in der Regel nicht für Behandlung von Tieren mit Pelz. Durch Rasieren der Behandlungsstelle kann man jedoch das Laserlicht im allgemeinen anbringen.
Pferde sind empfindlicher gegen Laser als der Mensch. Bei hoher lokaler Effektdichte bei einem Gallium-Laser reagieren sie (oft stark), wenn man mit der Sonde in die Nähe des Schadens oder des Problembereichs kommt. Besonders gilt dies bei hoher Pulsfrequenz. Es kann deshalb ratsam sein, eine Weile niedrige Pulsfrequenz zu verabreichen, ehe man die Frequenz eventuell erhöht. Diese Reaktion bei Pferden kann auch dazu benutzt werden, einen eventuellen Schaden zu lokalisieren. Bei offenen Wunden wird Indium-Laser empfohlen. [11, 12, 13, 14]

Gegenanzeigen

Irgendwelche absolute Gegenanzeigen für Behandlung mit Niederleistungslaser gibt es nicht. In Schweden gilt jedoch das Kurpfuschergesetz, das die Behandlung gegen Krankheiten bei Kindern unter 8 Jahren verbietet und das vorschreibt, dass gewisse Krankheiten, z.B. Krebs, Diabetes, Epilepsie, nur ärztlich behandelt werden dürfen. In älterer Laserliteratur wird oft erwähnt, dass z.B. Herzschrittmacher, Schwangerschaft, Epilepsie, Herzinfarkt u.a.m. Gegenanzeigen für Laserbehandlung sind. Nachdem Herzschrittmacher elektronisch, von Metall eingekapselt und von Licht gänzlich unbeeinflussbar sind, ist das Ganze ein Missverständnis. Bezüglich Schwangerschaft gilt die normale medizinische Beurteilung des Zustandes der Mutter. Laserlicht an sich beeinflusst den Fötus nicht, weil so wenig Licht durchdringt. Für den Fötus ist es sicher nicht von Nachteil, dass ein empfindlicher Zahnhals oder eine Herpesblase der werdenden Mutter gebessert wird.
Bezüglich Epilepsie weiss man, dass gepulstes sichtbares Licht, vor allem mit Pulsfrequenzen im Bereich 5-10 Hz, epileptische Anfälle auslösen kann. Deshalb muss man selbstverständlich mit Instrumenten, die blinkendes sichtbares Licht haben, Vorsicht üben. Es kommt aber selten vor, dass Niederleistungslaser gepulstes sichtbares Licht haben. Es gibt in der Literatur keine Angaben darüber, dass gepulstes unsichtbares Licht epileptische Anfälle auslösen könnte. Dagegen soll man es vermeiden, grosse Dosen Laserlicht über der Schilddrüse zu applizieren. Spanische Untersuchungen an Ratten [15] deuten an, dass man bei grossen Dosen Störungen verursachen könnte. Dass Laserlicht direkte Schäden ergeben könnte, ist niemals nachgewiesen worden, da aber die Schilddrüse empfindlich gegen Licht zu sein scheint, soll man es vermeiden, diese Drüse zu beleuchten, bis die Forschung die Grenzen klargelegt hat.
Krebs oder vermuteter Krebs darf niemals von anderen als Spezialisten behandelt werden. Dies hat seinen Grund nicht darin, dass Laserbehandlung keine positive Wirkung auf den Krebs haben könnte, sondern darin, dass das Gesetz die Behandlung von Krebs niemand anderem als Fachleuten erlaubt. Bezüglich Patienten, die Strahlentherapie erhalten haben, mag es interessant sein zu wissen, dass eine Anzahl von Untersuchungen zeigt, dass Versuchstiere, die zuerst mit Niederleistungslaser behandelt wurden, eine darauffolgende Röntgenstrahlung besser vertrugen. [16]

Forschung in Schweden

Unter den Doppelblindversuchen, die einen signifikanten positiven Effekt von Laserbehandlung erwiesen haben, können die folgenden genannt werden. Nivbrant und Friberg am Regionalkrankenhaus in Ume haben die Wirkung von Gallium-Laser auf mediale Kniegelenksarthrose studiert. Lögdberg-Andersson am Krankenhaus =kersberga hat in einem Doppelblindversuch eine gute Wirkung von Gallium-Laser bei Sehnenentzündungen und myofasziellen Schmerzen konstatiert. Haker und Lundeberg am Karolinischen Institut in Stockholm haben in einer Doppelblindstudie den Effekt von Gallium-Laser auf Tennisellenbogen untersucht und stellen fest: "Irradia Laserbehandlung mag eine wertvolle Therapie bei lateraler Epikondylalgie sein, wenn sie wie in dieser Studie beschrieben ausgeführt wird." Ines Vinge am Karolinischen Krankenhaus in Stockholm hat, ebenfalls in einem Doppelblindversuch, die Wirkung von Laserakupunktur mit Gallium-Laser bei der Behandlung von Asthma untersucht und bei den gewählten Parametern eine gute Wirkung gefunden. Darüberhinaus gibt es eine grössere Anzahl unveröffentlichter Pilotstudien, die von verschiedenen Ärzten und Heilgymnasten durchgeführt wurden. Darunter kann ein Versuch von Göran Renström, bekannter Sportarzt aus Borlänge, erwähnt werden, der Gallium-Laser an 993 Patienten ausgewertet hat.

Kapitel 3.    (Für den fortgeschrittenen Leser)


In diesem Kapitel wird einiges darüber erklärt, was in Zellen und Geweben vor sich geht und warum diese Reaktionen nur dann eintreten, wenn Laserlicht verwendet wird. Dass die biologischen Effekte laserspezifisch sind, geht teils aus der Forschung hervor, teils aus den unten beschriebenen Experimenten, die zeigen, dass die Eigenschaften des Laserlichtes nicht verschwinden, wenn sich das Licht im Gewebe verbreitet.
Zu Beginn ...
Es gibt viele Untersuchungen, die an Versuchstieren gemacht wurden, wo man den biologischen Effekt von kohärentem Licht von einem Laser mit Licht von z.B. Leuchtdioden oder anderen inkohärenten Lichtquellen verglichen hat [17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25 u.a.m.]. Man hat dabei einen deutlichen Effekt vom Laser erhalten, aber keinerlei Effekt -   oder eine wesentlich geringere Wirkung -   von der nicht-kohärenten Lichtquelle. Dies zeigt klar, dass Laserlicht eine spezielle Wirkung auf Zellen und Gewebe ausübt.
Speckler
Wenn man ein Papier oder eine andere matte Oberfläche mit sichtbarem Laserlicht beleuchtet, sieht man eine merkwürdige Körnigkeit im Licht. Diese Körner oder Punktmuster werden Laserspeckler genannt und entstehen -   aufgrund der Kohärenz des Laserlichtes -   durch Interferenz zwischen verschiedenen Strahlen. Die Speckler können von zweierlei Art sein: virtuelle (entstehen im Auge des Betrachters, sehen aber aus, als ob sie sich auf dem oben erwähnten Papier befänden), oder reelle (können auf eine Filmplatte im Raum projiziert werden).


Experiment 1
Zweck dieses Experimentes ist es zu zeigen, dass die typischste Eigenschaft des Lichtes -   die Kohärenz -   bei diffuser Streuung nicht verschwindet. Es dreht sich also um die Laserspezifität, d.h. wenn man in einem Gewebe dasselbe Lichtverhältnis mit einem Laser wie mit einer gewöhnlichen Lampe mit Farbfilter erhält. Man lässt einen schmalen Strahl von einem HeNe-Laser einen Apfel treffen. Rund um den intensiven Treffpunkt ist ein Lichthof mit 1-2 cm Durchmesser sichtbar. Dieser Lichthof entsteht dadurch, dass sich das Laserlicht in alle Richtungen im Gewebe des Apfels verbreitet und reflektiert und zu einem gewissen Teil wieder zurückkehrt. Wenn man den Lichthof betrachtet, sieht man (virtuelle) Laserspeckler, was zeigt, dass das Laserlicht nach der Passage durch das Apfelgewebe immer noch kohärent ist. Die Lichtverteilung innerhalb des beleuchteten Volumens im Apfel ist nicht homogen, sondern aufgrund der Interferenz körnig, d.h., sie besteht aus einer dreidimensionalen Specklerstruktur (reelle Speckler).
Professor Nils Abrahamsson an der Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm betrachtete in den achtziger Jahren diese Speckler in einem Mikroskop und war wahrscheinlich der erste Beobachter, der feststellte, dass sich die Speckler an der Oberfläche eines Apfels bewegen. Er konnte diese Specklerbewegungen zu den Bewegungen in den Apfelzellen in Beziehung setzen. Das Phänomen wurde später von französischen Forschern ferner untersucht [26], die auf diese Weise zwei verschiedene Partikelbewegungen im Zellinneren studieren und unterscheiden konnten. Die dreidimensionale Struktur entsteht durch die Interferenz zwischen verschiedenen Strahlen mit zufälliger Richtung, Amplitude und Phase. In den Laserspecklern, wo man eine höhere Intensität als in der nächsten Umgebung findet, ist das Licht ganz oder partiell linearpolarisiert, da die genannte höhere Intensität durch konstruktive Interferenz entstanden ist. Diese geschieht nur dann, wenn die interferierenden Wellen dieselbe Polarisation haben. Dadurch entstehen also Inseln von polarisiertem Licht im Gewebe. Die durchschnittliche Grösse dieser Inseln beträgt einen bis mehrere Zehntelmillimeter, d.h. ist in der Regel wesentlich grösser als die Zellen, die sie umschliessen. Interessant ist, dass diese Inseln von polarisiertem Licht unabhängig davon entstehen, ob der beleuchtende Laser polarisiertes oder unpolarisiertes Licht abgibt.

Experiment 2
Um zu zeigen, dass die Kohärenz des Laserlichtes nicht nur im Gewebe eines Apfels  beibehalten wird, wurde folgendes Experiment ausgeführt (gezeigt von L. Hode bei einem Kongress in Los Angeles [The Ninth Congress of the International Society for Laser Surgery and Medicine, Los Angeles, 2.-6. November 1991]. Dieses Experiment wurde auch in der Fachpresse referiert. [27]

1. Frischgemahlenes Hackfleisch wird zwischen zwei planen Glasplatten so zusammengepresst, dass eine 5-10 mm dicke Scheibe Hackfleisch entsteht. Das Ganze wird daraufhin vertikal gestellt.

2.  Das Licht von einem 3-5 mW HeNe-Laser (rotes sichtbares Licht mit der Wellenlänge 633 nm) wird im rechten Winkel gegen die Glasplatten gerichtet. Man sieht dann auf der Hinterseite der Hackfleischscheibe einen roten Fleck von dem Licht, das durch das Fleisch
hindurchpassierte.

3.  Eine kleine Penlight-Taschenlampe wird neben dem Laser so plaziert, dass sie -   ganz nahe an der Glasoberfläche -   gegen das Glas gerichtet ist. Die Penlight-Taschenlampe leuchtet mit gewöhnlichem weissem Licht. Auch hier passiert Licht durch die Hackfleischscheibe und bildet einen Lichtfleck auf der Rückseite der Scheibe neben dem Laserlichtfleck.

4.  Die beiden Lichtflecke werden aus einigen Metern Abstand miteinander verglichen.
Folgende Schlussätze können nun gezogen werden:
A.  Beide Lichtflecken sind nach der Passage durch das Hackfleisch rot. Dies zeigt, dass rotes Licht die beste Penetration unter den sichtbaren Lichtwellenlängen hat (kürzere Wellenlängen werden absorbiert). Messungen mit Messinstrumenten zeigen, dass infrarote Strahlung noch besser penetriert.
B.  Der Laserlichtfleck zeigt Laserspeckler, die deutlich sichtbar sind, wenn man den Kopf langsam bewegt. Dagegen zeigt der Lampenlichtfleck keine Laserspeckler. Es ist offenbar, dass nach der Passage durch Hackfleisch ein Unterschied zwischen Laserlicht und dem Licht von einer Taschenlampe besteht. Die Kohärenz des Laserlichtes verschwindet also nicht.
Ist es denn nicht möglich, polarisiertes gewöhnliches Licht zur Beleuchtung zu benutzen, falls Polarisation wirklich so wichtig ist? Nein, dies ist nicht möglich. Die Polarisation bei inkohärentem Licht, das diffus gestreut wird, geht schon nach weniger als einem Millimeter verloren. Wenn man das Licht einer Lampe polarisiert und es die Haut beleuchten lässt, ist die Polarisation verschwunden, bevor das Licht die tieferen Hautlager erreicht hat. Bei offenen Wunden kann man jedoch einen Effekt mit polarisiertem gewöhnlichem Licht erzielen, da Zellen in der offenen Wunde, die am Heilungsprozess teilnehmen, direkt vom Licht getroffen werden, ohne dass darüberliegende Haut die Polarisation eliminiert.
Endre Meister [28, 29] präsentierte auf der lasermedizinischen Konferenz Laser-Opto 1981 in München eine Untersuchung an Lymphozyten in vitro, wo er zeigte, dass diese gegen sowohl kohärentes polarisiertes Licht (auf das Niveau 100% gesetzt) als auch gegen inkohärentes polarisiertes Licht (75%) empfindlich sind, dagegen aber fast völlig unempfindlich gegen unpolarisiertes Licht.

Eine mögliche Erklärung
Es ist bekannt, dass positionsfeste chromophore Moleküle (z.B. die Porphyrine des Körpers) Absorptionsdipole aufweisen und linearpolarisiertes Licht [30] mit bestimmter Polarisationsrichtung sowohl aufnehmen als auch abgeben (z.B. bei Fluoreszenz). Porphyrine finden sich u.a. in der Respiratorkette der Mitochondrien und sind diejenigen Moleküle, die vor allem für die Lichtabsorption verantwortlich sind. Hier hat also die Polarisation in den vom Laserlicht geschaffenen Specklerinseln Bedeutung, und dies könnte eine der Erklärungen dafür sein, dass man in einer Anzahl von Studien verschiedene Effekte mit Laser und inkohärenten Lichtquellen erhalten hat.

Eine weitere mögliche Erklärung
Der Unterschied in der Lichtintensität verschiedener Punkte im beleuchteten Gewebe aufgrund der Laserspeckler gibt Anlass zu lokalen Temperaturveränderungen. Diese wurden von Horvath und Donko [31] für kohärentes Licht berechnet. Temperaturveränderungen führen zu lokalen Gradienten in gewissen Stoffkonzentrationen. Solche Konzentrationsgradienten sind ihrerseits wiederum der Anlass zu Materialtransporten im Gewebe auf die Art und Weise, wie sie von Ficks Gleichungen beschrieben werden. Bei Beleuchtung von Gewebe mit Laserlicht kann es sich also so verhalten, dass diese lokalen Temperaturgradienten einen Mikrokreislauf erzwingen, was bei Beleuchtung mit nicht-kohärenten Lichtquellen, z.B. Leuchtdioden, nicht der Fall ist. Spanner [32] hat z.B. gezeigt, dass ein Temperaturunterschied über einer Zellmembran von 0,01*C einen Druckunterschied von 1,32 Atmosphären verursacht, was bewirken kann, dass das Verteilungsmuster von Na+ und K+ greifbar verändert wird [33].

Experiment 3
Man drückt die Hand gegen das Glas einer eingeschalteten Taschenlampe. Man sieht, dass das Licht durch die Finger dringt. Licht dringt also ziemlich tief in den Körper ein. Man sieht aber, dass nur der rote Teil des Spektrums passiert und also tief eindringt. Es ist auch bekannt, dass Licht in Knochengewebe eindringt [35]. Im übrigen ist es durchaus nicht sicher, dass die Eindringungstiefe für zumindest gewisse der biologischen Effekte, die bei Lasertherapie entstehen, so entscheidend ist. Es gibt an die zehn Untersuchungen, bei denen man CO2-Laser als Lichtquelle zum Zweck der Biostimulierung verwendete und dabei tiefgehende Effekte feststellte, in gewissen Fällen bis zu 4-5 cm tief ins Gewebe hinein. Der CO2-Laser hat eine Wellenlänge (10 600 nm), bei der eine vollständige Absorption (99,9%) innerhalb von
0,3 mm geschieht.

Verschiedene Mechanismen
Andererseits hat die Zellforscherin Tiina Karu gezeigt, dass man in Zellkulturen stimulierende biologische Effekte auch von monochromatischem inkohärentem Licht erhalten kann [34]. Ausserdem hat sie gezeigt, dass bei Zellkulturen, die zuerst mit Laserlicht beleuchtet wurden und dabei einen biologischen Effekt zeigten, und die daraufhin mit breitbandigem (= nicht-monochromatischem und inkohärentem) Licht beleuchtet werden, der vom Laserlicht hervorgerufene biologische Effekt auf fast Null reduziert wird [22]. Diese Versuche deuten darauf hin, dass es mehr Mechanismen als die oben beschriebene Anregung polarisationsempfindlicher Chromophoren gibt.
Es ist auch wichtig, den rein optischen Unterschied zu verstehen, wenn ein stark lichtverbreitendes Gewebe bzw. eine dünne, transparante Zellschicht in einer Zellkultur beleuchtet wird. Wenn eine dünne Schicht von gezüchteten Zellen mit polarisiertem Licht beleuchtet wird, wird die Polarisation des Lichtes durch die ganze Schicht hindurch beibehalten, ganz unabhängig davon, ob das Licht kohärent ist oder nicht. Dagegen entstehen die genannten Laserspeckler in einem Gewebe durch Interferenzen. Effekte auf Zellkulturen brauchen deshalb nicht laserspezifisch zu sein, während man bei Untersuchungen an Zellen derselben Art und desselben Typs, wenn diese Teil eines Gewebes sind, feststellen kann, dass der Effekt laserspezifisch ist. Es ist seit langem bekannt, dass kleine Mengen einer Substanz, die Singlettsauerstoff genannt ist, gebildet werden, wenn Gewebe mit Laserlicht beleuchtet wird [36]. Rochkind und Lubart in Israel [37] haben dies mit Hilfe von NMR-Technik (Nuclear Magnetic Resonance) gezeigt. Singlettsauerstoff ist ein freies Radikal, das seinerseits u.a. die Bildung von ATP beeinflusst [38, 39], das den Brennstoff und Energievorrat der Zellen ausmacht. Man hat auch festgestellt, dass das Kalzium-Ionengleichgewicht [40] in den Zellen beeinflusst wird. Weiter beeinflusst Laserlicht die oxydativen Prozesse, was von Karu nachgewiesen wurde [41].
Diese Prozesse führen ihrerseits zu einer langen Reihe von Sekundäreffekten: erhöhter Zellenmetabolismus und Kollagensynthese bei Fibroblasten [42], gesteigertes Aktionspotential bei Nervenzellen [43], Stimulierung der Bildung von DNA und RNA im Zellkern [44], lokale Beeinflussung der Immunabwehr [29], erhöhte Neubildung von Kapillargefässen durch Aktivierung von Wachstumsfaktoren [45], gesteigerte Aktivität bei Leukozyten [46], Verwandlung von Fibroblasten zu Myofibroblasten [47] u.a.m.

Die Zellmembran
Die elektrische Feldstärke des linearpolarisierten Lichts verändert die Konformität des doppelten Lipidlagers in der Zellmembran durch Elektronenpolarisation der elektrischen Dipole der Lipide. Dies führt u.a. zu einer Veränderung der Ladungsverteilung auf der Oberfläche der Zellmembran, was Änderungen in den Lipid-Protein-Bindungen mit sich führen kann. Da die Zellmembran die Rolle des biologischen Verstärkers spielt, können die Veränderungen in der Membran jeden Prozess beeinflussen, der mit der Zellmembran zu tun hat: Energieproduktion, immunologische Prozesse, Enzymreaktionen, Transportfaktoren u.a.m. Diese Änderung in der Membranstruktur bei beispielsweise Leukozyten aktiviert zyklisches Adenosinmonophosphat (3'5'-cAMP) und steigert die Rezeptoraktivität auf der Zellmembran. Dies kan unter gewissen Umständen eine immunologische Kettenreaktion auslösen, was auch folgendes mit sich führt: Bildung von monozytischen, neutrophilen und eosinophilen chemotaktischen Faktoren und dergleichen Faktoren, die die Bewegung von Makrophagen hemmen, sowie Steigerung des Hautreaktorfaktors, der die Permeabilität bei Kapillaren beeinflusst. Beim Studium verschiedener Immunabwehrkomponenten, durch Messungen vor und nach der Laserbeleuchtung, hat es sich gezeigt, dass der Gehalt an Alpha-I-Lipoprotein in Wundflüssigkeit nach Einfluss von Laserlicht mit 120% stieg.
Walker [48] hat gezeigt, dass nach Behandlung von Neuralgien mit HeNe-Laserlicht Serotonin ausgeschieden wurde. (Die Serotonin-Precursorsubstanz 5-HIAA im Urin von Patienten vor und nach der Laserbehandlung wurde gemessen.) Die Substanz zirkuliert im Blut und verursacht Systemeffekte, d.h. entfaltete Wirkung auch in anderen Körperteilen als dem behandelten. Auch andere Forscher haben Systemeffekte untersucht, u.a. die Gruppe von Rochkind [49]. Montesinos [2] hat gezeigt, dass Laserlicht die Endorphinproduktion beeinflusst. Honmura [50] hat durch die Blockade von Opiaten mit Naloxon festgestellt, dass der schmerzstillende Effekt nicht nur auf Endorphinen beruht.

Zusammenfassend  kann gesagt werden, dass die Effekte von Laserlicht in lebendem Gewebe äusserst kompliziert sind. Es handelt sich um verschiedene photochemische Prozesse, die ihrerseits eine grosse Anzahl biochemischer Reaktion in Gang bringen. Manche dieser Prozesse sind laserspezifisch, während andere vor allem auf der Photonenergie beruhen. Es bedarf weiterer Forschung, bevor wir diese Vorgänge völlig verstehen können.

Referenser
[1] Shiroto C et al: Retrospective study of diode laser therapy for pain attenuation in 3635 patients: Detailed analysis by questionaire. Laser Therapy. 1989; 1(1): 41.
[2] Montesinos M. et al: Experimental Effects of Low Power Laser in Encephalin and Endorphin Synthesis. LASER. Journ Eur Med Laser Ass. 1988; 1(3): 2.
[3] Mizokami T et al: Effect of diode laser for pain: A clinical study on different pain types. Laser Therapy. 1990;2 (4):171.
[4] Maricic B et al: Analgetic effect of laser in dental therapy. Acta Stomat Croat. 1987; 21(4): 291.
[5] Manne J: Le laser arséniure de gallium 6 watts, étude clinique en odonto-stomatologie. Le Chirurgien Dent de France 1985; 284:15.
[6] Wakabayashi H et al: Effect of Irradiation by Semiconductor Laser on Responses Evoked in Trigeminal Caudal Neurons by Tooth Pulp Stimulation. Lasers in Surg Med. 1993; 13: 605.
[7] Walker J B et al: Laser Therapy for pain of trigeminal neuralgia. Clin J Pain 1988; 3:183.
[8] Parascandolo S et al: Azione della Laser-terapia nella nevralgia essenziale del trigemino. Int Congress on Laser in Med and Surg, Bologna June 1985, p 317. Monduzzi Editore S.p.A., Bolognsa, Italy.
[9] Beck-Friis J, Borg G, Wetterberg L: Rebound increase of nocturnal melatonin levels following evening suppression by bright light exposure in healthy men: relationship to cortisol levels and morning exposure. In: Wurtman RJ, ed. The Medical and Biological Effects of Light. Ann. NY Acad Sci. 1985; 453: 371-375.
[10] Mester E. et al: Untersuchungen über die hemmende bzw. fördernde Wirkung der Laserstrahlen. Arch Klin Chir. 1968; 322: 1022.
[11] McKibbin L. and Paraschak D: A Study of the Effects of Lasering on Chronic Bowed Tendons at Whitney Hall Farm Limited, Canada, January, 1983. Lasers in Surgery and Medicine. 1983; 3: 55.
[12] Wang L. et al: A Review of Clinical Applications of Low Level Laser Therapy in Veterinary Medicine. Laser Therapy. 1989; 1(4): 183. [13] Kerns T: HeNe Lasers Show Promise in Treating Equine Injuries. Lasers & Applications. 1986; Dec: 39.
[14] Basko I: A New Frontier: Laser Therapy. Calif Veterinarian.1983; 10: 17.
[15] Parrado C et al: Quantitative study of the Morphlogical Changes in the Thyroid Gland Following IR Laser Radiation. Lasers in Med Sciences. 1990; 5: 77.
[16] Popova M et al: Effect of Helium-neon laser beam in regeneration of irradiated transplanted skeletal muscle. Bull Exp Biol Med. 1978; 80: 333. (ryska m eng abstr.)
[17] Bihari I, Mester A: The biostimulative effect of low level laser therapy of long-standing crural ulcer using Helium Neon laser, Helium Neon plus infrared lasers and non coherent light: Preliminary report of a randomized double blind comparative study. Laser Therapy. 1989;1(2):97.
[18] Kubota J, Ohshiro T: The effects of diode laser low reactive-level laser therapy (LLLT) on flap survival in a rat model. Laser Therapy. 1989; 1(3): 127.
[19] Berki T. et al: Biological Effect of Low-power Helium-Neon (HeNe) Laser Irradiation. Lasers in Medical Science. 1988; 3: 35.
[20] Muldiyarov P. et al: Effect of Monochromatic Helium-Neon Laser Red Light on the Morphology of Zymosan Arthritis in Rats. (Inst. of Rheumatism, Academy of Medical Sciences of the USSR, Mosc). Biull Eksp Biol Med. 1983, Jan 95; 1: 55.
[21] Haina D. et al: Animal Experiments on Light-Induced Woundhealing. Proc from Laser-81, Opto-Elektronik in München 1981.
[22] Karu T: Photobiological Fundamentals of Low Power Laser Therapy. IEEE Journal of Quantum Electronics. 1987; QE23(10): 1703.
[23] Rochkind S et al: A single transcutaneous light irradiation to injured peripheral nerve; comparative study of different wavelengths. Las. in Med Sci. 1989; (4):259.
[24] Shiroto C et al: Effects of diode laser radiation in vitro on activity of human neutrophils. Laser Therapy. 1989; 1(3):135. Editore S.p.A., Bologna, Italy
[25] Pöntinen P: The effect of hair lasers on skin blood flow. Lasers in Surgery and Medicine Suppl 7, 1995, p. 9 (abstract)
[26] Oulamara A. et al: Biological activity measurement on botanical specimen surfaces using a tempral decorrelation effect of laser speckle. Journal of Modern Optics. 1989;36(2):165.
[27] Calderhead G: Meeting report: Ninth congress of the International Society for Laser Surgery and Medicine, Anaheim, California, USA: 2-6 November 1991. Laser Therapy. 1992; 4(1): 43.
[28] Mester E. et al: Auswirkungen direkter Laserbestrahlung auf menschliche Lymphozyten. Arch Dermatol Res. 1978; 5: 31
[29] Mester E. et al: The Biostimulating Effect of Laser Beam. Proc from Laser - 81, Opto-Elektronik in München 1981.
[30] Cherry R: Measurement of Protein Rotational Diffusion in Membranes by Flash Photolysis. Methods in Enzymology. 1978; (54): 47.
[31] Horvath Z et al: Possible ab-initio explanation of laser "biostimulation" effects. Laser applications in medicine and surgery. Edited G. Galetti et al: Proc 3rd World Congr - Intl Soc Low Power Laser Appln in Medicine 1992. Page 57.
[32] Spanner D.C: The active transport of water under temperature gradient. Symp. Soc. Exp. Biol. 1954;8:76.
[33] Hort O, Vanpel T: Die Verteilung von Na+ und K+ unter dem Einfluss von Temperaturgradienten. Pflügers Arch. 1971;323:158.
[34] Karu T. et al: Biostimulation of HeLa Cells by Low-Intensity Visible Light. Il Nuovo Cimento. 1982; 1D(6): 828.
[35] Bossy J. et al: In Vitro Survey of Low Energy Laser Beam Penetration in Compact Bone. Faculté de Médecine et CHRU de Nîmes, BP 26, 3000 NIMES, France. (1985).
[36] Derr V. E. et al: Free radical occurrence in some laser-irradiated biologic materials. Federal proc. 1965; 24, No 1, Suppl. 14: 99
[37] Lubart R. et al: A possible Mechanism of Low Level Laser - Living Cell Interaction. Laser Therapy. 1990; 2(2): 65.
[38] Kudoh Ch. et al: Effects of 830 nm Gallium Aluminium Arsenide Diode Laser Radiation on Rat Saphenous Nerve Sodium-Potassium-Adenosine Triphosphatase Activity: A Possible Pain Attenuation Mechanism Examined. Laser Therapy. 1989; 1(2): 63.
[39] Passarella S et al: Increase of proton electrochemical potential and ATP synthesis in rat liver mitochondria irradiated in vitro by helium-neon laser. FEBS Letters. Sept 1984; 175(1): 95.
[40] Nasu F. et al: Cytochemical Effects of GaAlAs Diode Laser Radiation on Rat Saphenous Artery Calcium Ion Dependent Adenosine Triphosphatase Activity. Laser Therapy. 1989; 1(2): 89.
[41] Karu T, Andreichuck T, Ryabykh T. Supression of human blood chemiluminescence by diode laser irradiation at wavelengths 660, 820, 880 or 950 nm. Laser Therapy. 1993; 5: 103.
[42] Abergel P. et al: Control of connective tissue metabolism by lasers: Recent developments and future prospects. Journal of The American Academy of Dermatology. 1984; 11: 1142.
[43] Roschkind S. et al: Electrophysiological Effect of HeNe Laser on Normal and Injured Sciatic Nerve in the Rat. Acta Neurochir. (Wien). 1986; 83: 125.
[44] Karu T. et al: Biostimulation of HeLa-cells by low-Intensity Visible Light. Il Nuovo Cimento. 1982; Vol 1D, N. 6: 828.
[45] Kovacs I. et al: Laser-Induced Stimulation of the Vascularization of the Healing Wound. Separatum EXPERIENTIA. 1974; 30: 341.
[46] Lederer H. et al: Influence of Light on Human Immunocompetent Cells In Vitro. Proc from Laser -81, Opto-Elektronik in München 1981.
[47] Pourreau-Schnider N. et al: Helium-Neon Laser Treatment Transforms Fibroblasts into Myofibroblasts. American Journal of Pathology. 1990; 137: 171.
[48] Walker J: Relief from Chronic Pain by Low Power Laser Irradiation. Neuroscience Letters. 1983; 43: 339.
[49] Rochkind S. et al: Systemic Effects of Low-Power Laser Irradiation on the Peripheral and Central Nervous System, Cutaneous Wounds and Burns. Lasers in Surgery and Medicine. 1989; 9: 174.
[50] Honmura A et al: Analgesic Effect of Ga-Al-As Diode Laser Irradiation on Hyperalgesia in Carrageenin-Induced Inflammation. Lasers in Surg Med. 1993; 13: 463.
[51] Velez-Gonzalez M et al: Treatment of relapse in herpes simplex on labial and facial areas and of primary herpes simplex on genital areas and “area pudenda” with low power HeNe-laser or Acyclovir administred orally. SPIE Proc. 1995; Vol. 2630-42:
[52] Guang Hua Wang et al: A study on the analgesic effect of low power HeNe-laser and its mechanism by electrophysiological means. Lasers in Dentistry. Excerpta Medica. Elsevier Science Publishers. 1989: p. 277.
[53] Moore K et al: LLLT treatment of post herpetic neuralgia. Laser Therapy. 1988; Pilot issue (1): 7.
[54] McKibbin L et al: Treatment of post herpetic neuralgia using a 904 nm (infrared) low energy laser: A clinical study. Laser Therapy. 1991; 3(1): 35.
[55] Hong J et al: Clinical trial of low reactive-level laser therapy in 20 patients with postherpetic neuralgia. Laser Therapy. 1990; 2(4): 167.
[56] Hachenberger I: Laserstrahlen bie Herpeskrankungen. Ärztliche Kosmetologie. 1981; 11: 142.
[57] von Ahlften U et al: Erfahrungen bei der Behandlung aphtöser und herpetiformer Mundschleimhauterkrankungen mit einem neuen Infrarotlaser. Die Quintessenz. 1987; 5: 927.
[58] Landthaler M et al: Behandlung von Zoster, postzosterischen Schmerzen und Herpes simplex recidivans in loco mit Laser-Licht. Fortschr. Med. 1983; 101(22):1039.
[59] Kaihøj P: Low Level Lasers Effekt på Følsomme Tandhalse - en klinisk pilottest. Odont Pract. 1991; 6(2): 229.
[60] Wakabayashi H et al: Treatment of dentine hypersensitivity by GaAlAs soft laser irradiation. J Dent Res. 1988; 67: 182.

50 positive doubble blind studies
Airaksinen O
, et al: Effects of infra-red laser irradiation at the trigger points. Scand J of Acu & El Therapy. 1988; 3: 56-61.
Armino L et al: Laser therapy in post-episiotomic neuralgie. LASER. Journ Eur Med Laser Ass. 1988; 1(1):7.
Atsumi K et al: Biostimulation effect of low-power energy diode laser for pain relief. Lasers in Surg Med. 1987; 7: 77.
Bihari I, Mester A: The biostimulative effect of low level laser therapy of long-standing crural ulcer using Helium Neon laser, Helium Neon plus infrared lasers and non coherent light: Preliminary report of a randomized double blind comparative study. Laser Therapy. 1989; 1(2): 97.
Carillo J et al: A randomized double-blind clinical trial on the effectiveness of helium-neon laser in the prevention of pain, swelling and trismus after removal of impacted third molars. Int Dent Journ. 1990;40:31.
Ceccherelli F et al: Diode laser in cervical myofascial pain. A double blind study versus placebo. The Clinical J Pain. 1989; 4: 301-304
Emmanoulidis O et al: CW IR low-power laser application significantly accelerates chronic pain relief rehabilitation of professional athletes. A double blind study. Lasers in Surg Med. 1986; 6: 173.
England S et al: Low power laser therapy of shoulder tendonitis. Scand J Rheumatology. 1989; 18: 427.
Fernando S et al: A randomized double blind comparative study of low level laser therapy following surgical extraction of lower third molar. Br J Oral Maxillofac Surg 1993; 31(3): 170.
Goldman J A et al: Laser therapy of rheumatoid arthritis. Lasers in Surg Med. 1980; 1: 93-101.
Gudmundsen J et al: Laserbehandling av epicondylitis humeri og rotatorcuffsyndrom. Dobbelt blindstudie - 200 pasienter. (Laser treatment of epicondylitis humeri and rotator cuff syndrome. Double blind study - 200 patients. In Norwegian) Norsk tidsskrift for idrettsmedisin. 1987; 2: 6.
Gärtner C: Analgesy by low power laser (LPL): a controlled double blind study in ankylosing spondarthritis (SPA). Lasers in Surg Med. 1989; Suppl 1:55.
Haker E, et al: Is low-energy laser treatment effective in lateral epicondylalgia? Journal of pain and symptom management. 1991; 6(4): 241.
Hopkins G O et al: Double blind cross over study of laser versus placebo in the treatment of tennis elbow. Proc Internat Congr in laser, “Laser Bologna”. 1985; p 210. Monduzzi Editore S.p.A., Bologna.
Kamikawa K et al: Double blind experiences with mid-Lasers in Japan. 1985. Int congr on lasers in med and surg, Bologna June 1985, 165-169. Moduzzi Editore S.p.A., Bologna.
Kemmotsu M D at al: LLLT for pain attenuation - the current experience in the pain clinic. Progress in Laser Therapy. 1991: 197-200. John Wiley & Sons, Chichester, Engl. ISBN 0-471-93154-3.
Khullar S et al: Low level laser treatment improves longstanding sensory aberrations in the inferior alveolar nerve following surgical trauma. SPIE Proc. 1995; Vol. 2630-21.
Kreczi T et al. A comparison of laser acupuncture versus placebo in radicular and pseudoradicular pain syndromes as recorded by subjective responses of patients.. Acupunct Electrotherap Res. 1986; 11: 207-216.
Lonauer G: Controlled double blind study on the efficacy of He-Ne-laser beams versus He-Ne- plus Infrared-laser beams in the therapy of activated osteoarthritis of finger joints. Lasers Surg Med 1986; 6:172.
Longo L et al: Treatment with 904 nm and 10600 nm laser of acute lumbago - double blind control. LASER. Journ Eur Med Laser Ass. 1988; 1(3):16.
Lögdberg-Andersson M, et al: Low level laser treatment of tendonitis and myofacial pains- A randomized, double-blind, controlled study. Submitted for publication.
Mach E S et al: Helium-Neon (Red Light) Therapy of Arthritis. Rhevmatologia, 1983; 3: 36.
Mester A: Biostimulative effect in wound healing by conti-nuous wave 820 nm laser diode double-blind randomized cross-over study. Lasers in med science abstract issue July 1988.
Mokhtar B et al: A double blind placebo controlled investigation of the hypoalgesic effects of low intensity laser irradiation of the cervical roots using experimental ischaemic pain. ILTA Congress, London l992, abstracts p 61
Mokhtar B et al: The possible significance of pulse repetition rate in lasermediated analgesia: A double blind placebo controlled investigation using experimental ischaemic pain. Proc. Second Meeting of the International Laser Therapy Association, London Sept 1992.
Moore K et al: LLLT treatment of post herpetic neuralgia. Laser Therapy. 1988; 1: 7.
Moore K et al: The effect of infra-red diode laser irradiation on the duration and severity of postoperative pain. A double-blind trial. Laser Therapy. 1992; 4: 145.
Mousques T: Etude en double aveugle des effets du traitment unilateral au laser hélium-néon lors de chirurgies parodontales biláterales simultanés. Quest Odontostomatol. 1986; 11: 245.
Mousques T.: Etude en double aveugle des effets du hélium-néon en chirurgie parodontale. L.Q.O.S. 1986; 11: 223.
Nivbrant Bo, et al: Therapeutic laser treatment in gonarthrosis. Acta Orthop Scand. 1989; 60: 231.
Oyamada Y et al: A double blind study of low power He-Ne laser therapy in rheumatoid arthritis. Optoelectronics in Medicine. 1987; p 747-750. Springer Verlag, Berlin.
Palmgren N et a: Low-power laser therapy in rheumatoid arthritis. Lasers in Med Science. 1989; 4: 193.
Palmgren N et a: Low Level Laser Therapy of infected abdominal wounds after surgery. Lasers in Surgery and Medicine. 1991;Suppl 3:11.
Palmieri B: A double blind stratified cross over study of amateur tennis players suffering from tennis elbow using infrared laser therapy. Medical Laser Report. 1984; 1: 2-14
Pedrola M et al: Acute cervical pain relieved with gallium arsenurio (GaAs) laser irradiation. A double blind study. Lasers in Surg Med 1995, suppl 7, p 10.
Roumeliotis D et al: 820nm 15mW 4J/cm2, laser diode application in sports injunes. A double blind study. Abstracts, Fifth Annual Congress, 28-30 January 1987. British Medical Laser Association.
Scudds R A et al: A double-blind crossover study of the effectiveness of low-power gallium arsenide laser on the symptoms of fibrositis. Physiotherapy Canada. 1989; 41: (suppl 3) 2.
Snyder-Mackler L et al: Effect of Helium-Neon Laser on Musculoskeletal Triggerpoints. Physical Therapy. 1986; 66: 1087.
Snyder-Meckler L et al: Effect of helium-neon laser irradiation on peripheral sensory nerve latency. Physical Therapy. 1988; 2: 223.
Snyder-Meckler L et al: Effect of helium-neon laser irradiation on skin resistance and pain in patients with trigger points in the neck or back. Physical Therapy. 1989; 69(5): 336.
Soto M, Moller J J. La laserterapia como coadyuvante en el tratamiento de la A.R. (Artritis Reumatoidea). Bol. C.D.L. 1987; 14: 4.
Taghawinejag M et al: Laser Therapie in der Behandlung kleiner Gelenke bei chronikscher Poly-arthritis. Z Phys Med Baln Med Klin. 1985; 14.
Taguchi T et al: Thermographic changes following laser irradiation for pain. J Clinical Laser Med Surg. 1991; 2(9): 143.
Toya S et al: Report on a computer-randomized double blind clinical trial to determine the effectiveness of the GaAlAs (830 nm) diode laser for pain attenuation in selected pain. Laser Therapy 1994;6:143.
Tsurko V V et al: Laser therapy of rheumatoid arthritis. A clinical and morphological study. Terap Arkh. 1983; 97. (Russian).
Velez-Gonzalez M et al: Treatment of relapse in herpes simplex on labial and facial areas and of primary herpes simplex on genital areas and “area pudenda” with low power HeNe-laser or Acyclovir administred orally. SPIE Proc. 1995; Vol. 2630-42.
Vasseljen O, et al: Low level laser versus placebo in the treatment of tennis elbow. Scand J Rehab Med. 1992; 24: 37.
Walker J: Relief from Chronic Pain by Low Power Laser Irradiation. Neuroscience Letters. 1983; 43: 339.
Walker J: Temporary suppression of clonus in humans by brief photostimulation. Brain Research. 1985; 340: 109.
Walsh D et al: The effect of low intensity laser irradiation upon conduction and skin temperature in the superficial radial nerve. Double blind placebo controlled investigation using experimental ischaemic pain. Proc. Second Meeting of the Internat Laser Therapy Association, London Sept. 1992..
Willner R et al: Low power infrared laser biostimulation of chronic osteoarthritis in hand. Lasers in Surg Med. 1985; 5: 149.




SLMS
Adress: Box 1031,
181 21 Lidingö
Sweden
För info ring
Tel: 08-765 0044
Fax: 08-767 27 06
Postgiro: 721 677-3
© All rights reserved © SLMS Svenska Laser-medicinska Sällskapet